Section I. Melil u. Melilfabrikate. Die Mahlproducte. 157
3 809 400 Centner feines Mehl,
12 753 000 „ ordinaires Mehl,
3575600 „ Kukurutzmehl,
2 446 100 „ . Kleien und sonstige Abfälle,
1 355 800 „ Graupen, Hirse und derartige Fabrikate.
Oesterreich. Im Vergleiche zu den ungarischen waren die Mülleraus Cisleithanien noch zahlreicher erschienen. Nicht weniger als 72 IUr-men führten in drei meist recht schön arrangirten Collectivausstellungenund 45 Aussteller isolirt ihre Producte vor. In erster Linie ist dierenommirte Dampfmühle des Grafen Thun zu Tetschen in Böhmen zunennen, deren Hochmehle denjenigen von Buda-Pest gleichkamen.Noch mehrere andere Mühlenhesitzer aus Böhmen Hessen ebenfalls vor-zügliche Leistungen erkennen, Vojtech Illavak zu Podiebrad in dersorgfältigen Zurichtung des Rohmaterials. G. Ilannack zu Brandeisan der Adler veranschaulichte den Process der Hochmüllerei in einerganz instructiven graphischen Darstellung. Die 14 Müller aus demHandelskammerbezirk von Brünn in Mähren boten dagegen mit ihrenWeizen-und Roggenmehlen nichts Bemerkenswerthes dar, ebenso warendie Proben einer Bauernmühle aus Kärnthen nur beachtenswerth, insofernsie die schon oft erörterten Nachtheile des Kleinbetriebs wirksam illu-strirten. In. gleicher Weise wirkten die Roggenmehle von den 10 Be-sitzern von Donauschiffmühlen von Wien. Ihre sehr mittelmässigeQualität, ihre rein locale Bedeutung für Wien, dessen Bedarf an Schwarz-brot zu decken sie vorzugsweise bestimmt sind, sprechen deutlichgenug. Sie bildeten einen Theil der Collectivausstellung der WienerFrucht- und Mehlbörse, deren Schwerpunkt aber unbedingt in den Fa-brikaten der 41 Hochmüller aus der Wiener Umgegend lag. Wennauch nicht viele Mehle die Qualität der Pest-Ofener Mühlen erreichtenund mehrere von anderen Hochmehlen österreichischer, ungarischer unddeutscher Firmen übertroffen wurden, so offenharten sie doch immerhinvortreffliche Leistungen. Mit Recht zeichnete sie deshalb der Rath derPräsidenten mit dem Ehrendiplom aus, um damit gleichzeitig den Ver-diensten ihrer Vorfahren um die Hochmüllerei die gebührende Aner-kennung zu zollen. Besondere Erwähnung verdienen hier die Mehlevon Fr. v. Kleyle in Rehberg, J. Ebner in Guntramsdorf, M. Hoferund C. Strasser in Lichtenwörth, C. Milt er er in Fahrnfeld,W. Schreck in Rodann und J. Seidel in Trautmannsdorf.
Von den isolirt aufgetretenen Ausstellern sind besonders D. A. Eko-nomo, die neueDampf-Mühlgesellschaft beide zu Triest, sowie dieKunstmühle zu Spital in Kärnthen wegen vorzüglicher Qualität ihrerWeizenmehle zu nennen, während die Roggenmehle der letzteren Firmaweniger befriedigend waren. Auch hatten noch sechs bis sieben Aus-steller aus Niederösterreich, Steiermark, Tyrol, Krain und Galizien