Druckschrift 
1 (1874)
Entstehung
Seite
85
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Section III. Andere Zweige des Hüttenwesens. Kupfer. 85

Von den Privatwerken verdient vor Allem die MitterbergerKupfergewerksehaft zu Mühlbach, im Salzburgischen besondereErwähnung, und zwar nicht sowohl wegen beträchtlicher Ausdehnungals vielmehr fortschrittlicher Entwickelung ihres Werkes. Dasselbe warunseres Wissens das erste, welches in Oesterreich den mehrförmigenRundschachtofen für die Kupferverhüttung einführte. Eine Zeichnungdavon sowie eines Flammofens mit Holzgasfeuerung zeigte die nähereEinrichtung der dort gebräuchlichen Apparate, und waren weiter dieverschiedenen Hütten- und Abfallsproducte in vollständiger Aufeinander-folge vorhanden, wie granulirter und gerösteter Rohlech, ungerösteterund gerösteter Kupferstein, Schwarzkupfer, Hartwerke, Flugstaub, Ofen-gekrätz, endlich fertiges Kupfer in Rosetten und Blöcken und einedaraus geschmiedete Form.

Die Kupferbergbaugesellschaft Bürgstein - Ob erarl,St. Johann im Salzburgischen hatte ihre Erze und die mittelst Ex-traction daraus gewonnenen Producte: Kupfervitriol, Eisenvitriol, Cement-lmpfer, sowie Schwarzkupfer und Rosettenkupfer ausgestellt. Die Pro-ductionderselben beträgt per Monat 150 Ctr. Rosettenkupfer, 300 Ctr.Kupfervitriol, 1000 Ctr. Grünvitriol.

Yon den übrigen Ländern haben wir nur noch Weniges bei-zufügen. Italiens reichere Kupfererze, welche auf unregelmässigenGängen in Toscana und Ligurien Vorkommen, gehen nach England,nur die ärmeren aus den Bergwerken von Ollemont in den Alpen, vonSt. Marcel im Thale von Aosta und von Agordo in Yenetien müssen anOrt und Stelle zu Gute gemacht werden und lieferten im Durchschnittevon 1867 bis 1870 jährlich 5 500 Ctr. Kupfer im Werthe von 970 000Frcs. Von genannten Orten waren die bekannten Staatshütten vonAgordo, welche Erze mit durchschnittlich nur 2 Proc. Kupfer mittelstExtraction verarbeiten, durch ihre Erzeugnisse an Vitriolen und Kupfervertreten. Portugal hatte aus den besonders nach England expor-tirenden Minen San Domingos ausser den Erzen Cementkupfer geschickt. In der Ausstellung Spaniens fanden sich Producte des Extractions-processes und der Cementkupfergewinnung von Riotinto, sowie aucheinzelne Proben von Kupfer anderer Erzeugungsorte vor. In derjapan esiseben Abtheilung bemerkte man mit Interesse nebenRohkupferscheiben, Plattenkupfer und Stangenkupfer, zugleich die Vor-richtungen, die zum Giessen der kleinen im Handel vorkommendenscharlachrothen Barren unter Wasser dienen, bestehend in Giesstöpfenund einer kastenartigen Form mit rostartigem Gitter am Boden; überletzteres wird ein Tuch von starkem Zeug gelegt, dasselbe in dieZwischenräume des Rostes eingedrückt, mit Wasser bedeckt und schliess-lich das Kupfer in die gebildeten rinnenförmigen Vertiefungen ausge-gossen. Es ergiebt sich hieraus, dass diese eigenthümliche, durch dieBerichte aus Japan bekannte Manipulation auch jetzt noch, ähnlich wiefrüher, dort üblich ist.