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1 (1874)
Entstehung
Seite
75
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Section III. Andere Zweige des Hüttenwesens. Allgemeines. 75

Erze in einem höhern Schachte frei herabfallen, während ihnen inentgegengesetzter Eichtung ein Strom von Generatorgasen entgegen-kommt. Ein anderer Köstofen, welcher in den letzten Jahren auf-tauchte, und auf der Ausstellung durch ein Modell in der deutschenchemischen Abtheilung repräsentirt war, ist der von II äsen cleverund Helbig. Derselbe wurde für das Abrösten geschwefelter Erzeauf der bekannten Fabrik Rlienania bei Stollberg und auch versuchs-weise an anderen Orten, z. B. zu Ocker am Harze, in Betrieb gesetzt.In seiner ursprünglichen Construction ist, ähnlich wie bei dem Ofenvon Oliv i er & P er et (Rapports du Jury international, Paris 1868, Tome 7,Groupe 5, p. 19), ein Stufkiesofen mit beweglichen Rosten mit einemSchliegofen combinirt, nur rutschen hier die Feinkiese durch einensogenannten Plattenthurm auf zickzackförmig liegenden Platten inter-mittirend herab; für das Abrösten von Zinkblendeschliegen gelangendie Erze aus dem Plattenthurme in einen von aussen besonders geheiztenMuffelofen, und werden schliesslich durch die directe Flamme todt-geröstet. In neuester Zeit haben Hasen clever und Helbig, da das Vor-rösten der Blende wegen ungenügender Temperatur im Plattenthurmenur unvollständig vor sich ging, letztem durch einen geneigt liegendenmit geeigneten Scheidewänden versehenen Canal ersetzt, welcher vonunten durch die Feuergase der Muffel erwärmt wird. In Englandwendete man, für das chlorirende Rösten von Kupfererzen zum Extra-hiren, den mechanischen Röstöfen mit Drehherd wieder eineerhöhete Aufmerksamkeit zu, um die Handarbeit durch Maschinerie zuersetzen, sowie auch eine gleiclimässigere und vollkommenere Röstungder Erze zu erzielen. In dieser Beziehung ist namentlich die auf denWerkender Bede Me tal Company eingeführte Construction von Gib bund Gelstharp mit sowohl beweglichem Herde, als auch beweglicherpflugscharartiger Krahlvorrichtuug bemerkenswert!!. In der österreichi-schen Abtheilung war vom Hüttenwerk Johannesthal (Krain) auch dasModell des Röstofens von Kuschel und Hinterhuber zum Abröstenvon Zinkerzen ausgestellt mit rotirendem Herde und feststehendenhohlen Thonkrählen, durch welche chargirt wird. Ueber die damiterzielten Resultate lagen keine näheren Anhaltspunkte vor.

In der ConstructionderSchmelzöfen sind sehr erhebliche F ort-schritte zu constatiren, insofern man nicht nur durch Yergrösserungihrer Dimensionen, sondern insbesondere auch durch veränderten Quer-schnitt zweckmässigere Windvertheilung, Anwendung stärker gepresstersowie auch erhitzter Gebläseluft, ein rascheres Durchsetzen der Be-schickung und reineres Ausbringen erzielte.

Der zuerst 1866 auf den Freiberger Hütten erbaute Pilzsche Ofen,ursprünglich von achteckigem Querschnitte mit sieben Wasserformen,hat sicli in verschiedenen Modificationen als mehrförmiger Rund-schachtofen sehr rasch in vielen Bleihütten, sowie auch bereits in den