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1 (1874)
Entstehung
Seite
37
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Gewinnung nutzbarer Mineralien. Bohrmaschinen. 37

angebracht, so dass gleichzeitig 2 bis 4 Löcher vor Ort gebohrt werdenkönnen, jedoch bedarf es ausser dem Maschinenwärter noch für jedeMaschine eines Knaben zum Umsetzen des Bohrers. Die Maschinesoll bei einer Spannung der Luft von 2 .bis 2 1 / 2 Atmosphären Ueber-druck, 20 bis 180 mm Hub und 200 bis 250 Stössen in der Minuteim Kohlensandstein und Kohlenschiefer ein Loch von 40 bis 200 minTiefe bohren. Als ein Nachtheil für diese Maschine erscheint es,dass dem Bohrer nicht jede beliebige Eichtling, namentlich nichtfür Sohlenbohrlöcher gegeben werden kann. In der Collectivausstel-lung des Aachen-Eifeler Bezirks findet sich ein vom MaschinenmeisterPelzer construirtes Gestell zur Aufnahme von Bohrmaschinen, welchessich durch einfache und zweckmässige Construction empfiehlt. Dasselbebesteht aus einem gusseisernen vierräderigen Wagen, auf dessen Plateausich ein horizontal drehbarer, kegelförmiger Stempel mit eingesetzterFlügelschraube zum Feststellen in der Strecke befindet; in dem hohlenund mit senkrechtem Schlitz versehenen Stempel bewegt sich einschmiedeeiserner Balancier, an dessen einem Ende ein Gegengewicht,an dessen anderm Ende ein Gelenkstück und ein kleiner, eiserner, be-weglicher Schemel zur Aufnahme der Bohrmaschine angebracht ist.Durch die Drehbarkeit des Stempels, des Gelenkstücks und des Bohr-schemels, sowie durch die verschiedene Stellung des Balanciers kannman der Bohrmaschine jede beliebige Richtung geben, wobei man zu-gleich im Stande ist, durch - die am Gestell befindlichen Stellschraubenund Bolzen, den Bohrer in der einmal angenommenen Richtung zu er-halten. Das Gestell ist auf den Gruben der Vereinigungsgesellschaftim Wurmrevier seit sechs Monaten in ungestörter Benutzung.

b. Drehendes Bohren.

Die bekannte Drehbohrmaschine von Lisheth hat sich aufden belgischen Steinkohlengruben zum Bohi'en in der Kohle vollstän-dig eingebürgert, sie wird auch beispielsweise auf den Kohlengrubender österreichischen Staatseisenbahngesellschaft, ferner auf den öster-reichischen Steinsalzwerken zum Bohren im Steinsalz, ebenso auf demSteinsalzwerk zu Erfurt in der preussischen Provinz Sachsen mit Er-folg angewendet, wogegen sie sich auf anderen Werken, z. B. auf denSteinkohlengruben hei Saarbrücken und in Oberschlesien, keinen Ein-gang verschaffen konnte. Sie ist in der ursprünglich von dem Erfin-der angegebenen und in einer verbesserten Gestalt von dem k. k. öster-reichischen Finanzministerium mit den Gezähen für die Steinsalzge-winnung ausgestellt. Die verbesserte Construction ist leichter undunterscheidet sich ausserdem wesentlich dadurch, dass zwischen demunteren Ende des den Bohrer vorwärts bewegenden Schraubengewindesund der Drehkurbel eine starke Spiralfeder eingeschaltet ist, welche das