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ihrem Stil von C abweichen, eine große Übereinstimmung mit B, so daßman fast an einen gemeinsamen Maler denken könnte; sie haben den-selben Figurentypus: schlanke Gestalten mit großen runden Köpfen,geschlossene Silhouetten, die nur durch gespreizte Armbewegungenunterbrochen werden, sparsame, zeichnerische, anmodellierte Falten,spitze, schwarze Schuhe, Konzentrierung auf 1—2 Personen und Ver-zicht auf Beiwerk. Auch zu andern Wandmalereien in Grüningenbei Donaueschingen, von denen vermutet wird, daß sie von Kon-stanzer Malern stammen, ferner zu solchen in Rcichenau-Mittelzell,das damals in engstem Verhältnis zu Konstanz stand, bestehen Be-ziehungen. In Konstanz würde sich endlich auch der Finfluß französischerKunst besonders leidit erklaren lassen. Ein solcher Einfluß ist schon inder Technik festzustellen gewesen. Aber auch Besonderheiten des Stils,z. B. das übermäßige Hervorwölben des Hinterkopfs, überhaupt diegroßen Köpfe mit der weit vortretenden Stirn, sind eigentümlich für diePariser Miniaturen aus der 2. Hälfte des 13. Jiilirlmnderts. Eine ganzauffällige Abhängigkeit von einem französischen Vorbild ist für ein ein-zelnes Bild in C, das sich allerdings in B nicht findet, bei der Darstellungfür Host Kilcherre zu Marne, nachgewiesen worden, die eine genaue, inEinzelheiten gedankenlos gemachte Kopie eines Bildes aus einer fran-zösischen Handschrift des Roman de la Rose darstellt. Solche französischenEinflüsse, die damals überall in Deutschland auftreten, sind in Konstanzbesonders leicht erklärlich, da wir wissen, daß der Bischof Heinrich vonKlingenberg mehrfach als Gesandter am Hofe Philipps des Schönengeweilt hat; Heinrichs Nachfolger war sogar selbst ein Franzose vonGeburt. Über solche persönliche Beziehungen hinaus hatte aber Konstanzscholl durch seinen Leinenhandcl einen regelmäßigen Verkehr mit Frank-reich.
Es ist demnach in der Bischofstaclt am Bodensee eine Malcrtradition,die mit den Bildern der Handschrift übereinstimmt, vorhanden gewesen,und außerdem lassen sich dort französische Anlehnungen unschwer er-klären. Zusammenfassend kann also gesagt werden, daß urkundliche Be-weise für Konstanzer Ursprung der Handschrift nicht vorhanden sind, daßaber eine ganze Reihe von geschichtlichen, philologischen und kunst-geschichtlichcn Gesichtspunkten dafür stimmen. So spricht grolle Wahr-scheinlichkeit dafür, daß die Weingnrtner Liederhandschrift in Konstanzentstanden ist; und daß Heinrieb von Klingenberg ihre- Herstellung ver-anlaßt hat, kann jedenfalls nicht als ausgeschlossen bezeichnet werden.