Druckschrift 
Die Weingartner Liederhandschrift in Nachbildung
Entstehung
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der Lagen oder die Reihenfolge der Blätter in denselben durch Buch-staben, Zeichen oder Hände angegeben, besonders wenn die Blätter losewaren, was ihr Ankleben auf Falze andeutet.

Das Pergament ist sehr dünn, nicht geglättet, etwas gelblich grau undzeigt die Spuren der Benützung, wie auch einige Blätter Flecke tragen.Doch ist es im ganzen sorgfältig ausgewählt und hat nur selten kleineLöcher und Risse; auch weisen bloß vereinzelt die Blätter nicht vollesoder nicht scharf geschnittenes Maß auf. Die Blätter messen 15,3 X ll,4om,der beschriebene Raum 12,5 X 8,5 zwischen über die ganze Seite reichendenTintenlinien mit 28 Zeilen auf solchen Linien, von denen die oberste undunterste wie die Einfassungslinien des beschriebenen Raumes über dieganze Seite gezogen sind. Leer sind die Blätter der Seiten 71 und 72.105108, 171176, 306309. Auch viele einzelne Seiten sind leer ')

Der grilliere Teil der Handschrift stammt von einei Hand, die aber.da sie nicht fortlaufend schrieb, nicht durchweg gleiches Gepräge hat.So werden wohl auch die Seiten 68 und 69 sowie 178 und 179, derenSchrift einen etwas anderen Kindruck macht, doch ihr zugehören. DieHand sdireibt die gotische Buchschrift, aber mit kursivem Einschlag;dieser Einschlag und besonders die sehr kleinen Buchstaben lassen denCharakter nicht so voll zur Geltung kommen, so daß die doppelte Bre-chung weniger ausgeprägt erscheint als bei der nicht viel später ge-schriebenen Manesse-I lanclschrift. Im Bereich der llaupthand sind dieSeiten 198204 von einer zweiten Hand, die schon auf der Seite 98einige Zeilen geschrieben zu haben scheint, eingeschoben. Eine dritte,zierlichere, Hand, die ei statt ai schreibt und die Abkürzung C für azgebraucht, setzt auf Seite- 2(7 ein u, eine vierte bei Seite 240, wo dergrößte Einschnitt zu liegen scheint, wie selion die Ausstattung andeutetund worauf zugleich der Text weist, der auch in der Manesse-I lanclschrifterst mit den letzten Nachtrügen eingereiht ist. Ein fünfter Schreiberliefert von Seite 253 ab den Best. Die Farbe der Tinte wechselt, meistist sie- von mittlerem Braun, manchmal dunkel, mit gelegentlichem Wech-sel auf derselben Seite; so ist die letzte Strophe von S. 101 dunkler alsdie andern, wülirend die erste von 61 blasser ist als der Rest. Nochblassere, fast vergilbt aussehende Tinte zeigt der ganze Schluß vonSeite 240 ab 2 ). Im Text sind nicht selten Verbesserungen vorgenommenworden, was schon die- Änderungen bzw. Tilgungen von Buchstabendurch Unterpunktierung andeuten. Aber auch so sind noch mancherleiFehler stehen geblieben*). Die Verszeilen sind nicht abgesetzt, sonderngewöhnlich nur durch Punkte voneinander geschieden, während die ab-gesetzten Strophen durch kleine Initialen in Rot und Blau eingeleitetwerden. Für die Initialen hat der Schreiber des Textes kleine- Buch-staben an dem Rand vorgeschrieben, die allerdings vielfach beim Be-schneiden weggefallen sind. Andererseits scheinen einige- kleine Ver-besserungen des Textes von der Hand des Bubrikators ausgeführt zusein; denn sie sind in den färben Bot und Blau der Initialen ausgeführt.z. B. auf S. 3. u. ö. Die Initialen sind auf S. 240251 nicht mehr ein-

fesetzt, dagegen wieder von neuem von S. 253 ab, aber in einfachererorm und "iir in Bot.

Der Text der ersten 25 Dichter ist jeweils mit dem Bild des Sängerseingeleitet, meist mit einer ganzen Bildseite, nur selten auf einem Sei-tenteil. Von den Bildern sind manchmal Stückchen der Farbe abgesprun-gen, auch ist die- Benützung der Handschrift nicht spurlos an ihnen vor-übergegangen 4 ). Über den Bildern gibt die- Überschrift den Namen der

Dichter; wo solche Namenüberschriften fehlen, hat teilweise eine spätere

1) Natürlich bei der Wiedergabe beibehalten, während die aufeinanderfolgenden leeren Seiten :i und 72, 105 tos, 171176 u. 306309 über-gangen sind.

2) Diese Verschiedenheit der Tinten ist bei der Wiedergabe unberück-sichtigt geblieben.

31 S. das einzelne bei Pfeiffers Textabdruck.

4) Die Wiedergabe hat die Farben wieder gleichmüßig aufgetragen,konnte aber den Bildern den Glanz der Originale nicht geben.