B. Lanclwirtlischaft. XII. Der Gartenbau.
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vielen anderen Ländern Verwendung gefunden haben, haben die Japa-nesen, indem sie uns ein Bild von dem Zustande der bildenden Garten-kunst ihrer Ileimath gaben, zugleich alles Material, das sie dabei an-wendeten, weit aus dem fernen Osten herbeigeführt. Ausser dem Grundund Boden benutzten sie von europäischen Stoffen nur noch wenigeTropfen Wasser zur grösseren Veranschaulichung einer Cascade; allesAndere, Pflanzen, Holz- und Rohrwerk, Ornamente, Handwerkszeug, jaselbst die benutzten Steine hatten die grosse Reise mit ihnen gemacht.
Ihr Garten zerfiel in zwei Theile. Der eine enthielt ausser einemkleinen See, dargestellt durch bläuliche Steine, die zu einer kunst-gerechten Form gelegt waren, nur gerade Beete, die zur Aufstellung vonPflanzen dienten. Zaun, wie das Gestell und die dazu passenden, geschicktgeflochtene Matten für die Beschattung der Lilien waren aus Bambusverfertigt. Hier hatte man auch oft Gelegenheit, die japanesischenGärtner nach ihrer Manier mit den ihnen eigenthümlichen Werkzeugenarbeiten zu sehen. Was sie thaten, war sauber, doch machte es denEindruck, als wenn ihnen die Arbeit mehr zum Zeitvertreib diene, alsdass es ihnen wirklich Ernst damit schiene.
Tn der anderen, grösseren Abtheilung, die unmittelbar an die Ver-kaufshallen stiess, war von einem Landschaftsgärtner Japans eine An-lage im natürlichen Stile ausgeführt, die ein beredtes Zeugniss ablegtevon dem Verständnisse dieses Volkes für die Schönheiten der sie um-gebenden Natur und von ihrer Fähigkeit, den von der LehrmeisterinAller empfangenen Eindrücken in ihren eigenen Schöpfungen einensolch getreuen Ausdruck zu geben. Es war ja freilich nur eine Minia-turanlage , eine Wiedergabe der landschaftlichen Bilder in verkleiner-tem Maassstabe; aber die Art und Weise, wie die Bodenbewegung, dieFührung der Wege, die Bepflanzung und die Anlage eines Wasserfallesund des daraus entstehenden, in aumuthigen Windungen dahinfliessen-den Baches ausgeführt waren, entsprach vollständig den geläutertenGeschmacksrichtungen der abendländischen Völker. Die künstlich zuZwergen gemachten Coniferen, von denen eine ganze Anzahl vorhan-den war, harinonirten gut mit der Umgebung, auch die doch passirbareBrücke, aus Holz und Rohr construirt, erschien nicht zu gross, währendder Pavillon offenbar durch seine Grösse die Eintracht des Ganzenstörte. Die dem Garten zur Ausschmückung dienenden Ornamentewaren wohl nur deshalb so viel vorhanden, weil man sie als solche aus-stellen wollte. Da waren ein Kranich aus Bronze, Steinlaternen,kupferne Laternen, kupferne Drachen und Löwen, die mehr der gewissfalschen Ansicht entsprachen, die wir lins von dem japanesischen Ge-schmack gemacht hatten. Eine grosse Anzahl von Pflanzenspecieshatte in diesen Gärten Platz gefunden, und es mag vielleicht nichtuninteressant sein, hier einige davon anzuführen.