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B. Landwirthschaft. XII. Der Gartenbau. 895
Erzeugnisse abzuschicken, um so mehr, da aus demselben Grunde es nurim geringen Grade wahrscheinlich war, dauernde Handelsverbindungenmit den Ländern Oesterreichs anzuknüpfen.
Zur Verschönerung des grossen Rayons der Weltausstellung durchGartenanlagen, die ein Bild geben sollten von dem Zustande der bil-denden Gartenkunst der verschiedenen Länder, haben nur drei beige-tragen: Oesterreich, Deutschland und Japan.
Den beiden k. k. Garteninspectoren Vetter aus Schönbrunn undRauch aus Laxenburg fiel die Aufgabe zu, die Pläne für den grösstenTheil der Anlagen zu entwerfen, die den dichtbewaldeten und unebenenPrater mit den darin entstandenen Bauten in Einklang bringen sollten.In den vom Industriepalast entfernter gelegenen Theilen war zwarwenig mehr zu thun als passirbare Wege durchzulegen, auf denen man,vor der brennenden Sonnenhitze durch die dicht stehenden Bäume ge-schützt, zu den verschiedenen Objecten, die dort zerstreut waren, gelan-gen konnte. Nur hier und da noch, wo aus anderen Ursachen derWald ausgerottet und der Boden geebnet werden musste, waren einzelneNeupflanzungen erforderlich, die im natürlichen Gartenstyle ausgeführtwurden, ohne dass jedoch andere Gründe, als die der Zweckmässigkeitbei ihrer Bildung maassgebend gewesen sind. Jedoch der grosse Raumzwischen der Südseite des Hauptgebäudes von der Schweizer Gallerieeinerseits bis zur östlichen Gallerie Oesterreichs andererseits und demSüdeingange, ein Raum, auf dem öfters bis zu hunderttausend Menschenversammelt waren, gestattet den Künstlern ihren Geschmack zu zeigen.Eine regelmässige Anlage war hier geboten und wurde ausgeführt, undsie war des Riesenbaues würdig, vor dem sie lag.
Eine breite Kastanienallee, erst im Frühjahr 1872 gepflanzt, aberüppig gedeihend, theilte, gerade auf das Südportal der Rotunde hin-führend, den Platz, der durch Fontainen, Bassins, Rasenflächen mitBlumenbeeten und Baumpflanzungen in sehr geschmackvoller und durch-aus würdiger Weise geschmückt war.
Auch der Platz zwischen der Kunsthalle und der Ostseite desIndustriegebäudes war zu einem geometrischen Garten verwandelt, dervon steilen Böschungen begrenzt bedeutend tiefer lag, als das umge-hende Terrain.
Der Grösse der regelmässigen Formen entsprechend waren Grup-pen von hohen Blattpflanzen, von Wigandia, Ferdinandia, Solanum,von Ricinus, Canna und andere oft angewendet, und nur in der Näheder kleineren Gebäude und der Bassins Beete mit Teppichpflanzen ge-schmackvoll besetzt.
Während die eben erwähnten Anlagen der Natur der .Sache nachdarauf berechnet sein mussten, eine grossartige Wirkung auf den Be-schauer hervorzurufen, hat das Deutsche Reich durch zwei in Gärtenverwandelte Höfe eine der lieblichsten Seiten der Gartenkunst zur An-