Druckschrift 
2 (1874)
Entstehung
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XII. Der Gartenbau,

Das Interesse und der Geschmack an Gärtnerei ist in jetziger Zeitmehr und in weitere Kreise verbreitet als wohl je früher, und einenothwendige Folge dieser Thatsache ist, dass auf allen Gebieten der-selben ein reges Streben nach grösserer Vollkommenheit herrscht. Aus-stellungen, auf denen alles das Beste, was in den verschiedensten Gärt-nereien vorhanden, zu einem schönen Ganzen zusammengestellt ist, unddie den Besuchern einerseits zeigen, welche Wirkungen durch geschmack-volle Gruppirung der Pflanzen hervorgebracht werden, und die anderer-seits ihnen die Verbesserungen vor Augen führen, die durch geschickteCultur in der Ausbildung der Pflanzen, Früchte und Gemüse zu Wegegebracht sind, diese Ausstellungen haben ganz sicher viel zur Hebungund zum Fortschritte beigetragen.

Darzustellen, in welcher Weise die verschiedenen Zweige des Gar-tenbaues auf der Weltausstellung in Wien vertreten und zur Anschauunggebracht waren, ist die Intention der folgenden Zeilen; und zwar sollendie Landschaftsgärtnerei, die Pflanzenculturen, der Obst- und Gemüse-bau nach einander behandelt werden.

Man kann wohl vorausschicken, dass im Allgemeinen die gezeig-ten Leistungen nicht den Erwartungen vollkommen entsprachen, diesich Fachmänner vor ihrem Besuche davon gemacht hatten. Ein er-heblicher Fortschritt zu dem, was die Ausstellungen von 1867 in Parisund von 1869 in Hamburg geboten hatten, kann auf keine Weise con-statirt werden. Der Grund davon liegt nicht allein darin, dass wohldie Schöpfer des riesigen Werkes zu wenig diesen wichtigen Zweig dermenschlichen Industrie bedacht haben, sondern er ist hauptsächlichdarin zu suchen, dass Wien allzuweit von vielen der bedeutenden Stät-ten entfernt ist, in denen der schönen Flora am meisten gehuldigt wird.Die lange Dauer der Reise verbunden mit der Gefahr, die daraus denPflanzen entsteht, hat gewiss Viele davon zurückgeschreckt, ihre besten