Druckschrift 
2 (1874)
Entstehung
Seite
892
Einzelbild herunterladen
 

892

Gruppe II. Forst- und Landwirthschaft.

wurde. Es war dies die einzige Medaille, welche in der Ausstellungvon Schweinen für einen Fortschritt in der Zucht ertheilt wurde, diesonstigen Züchter mussten sich mit Verdienst und Anerkennung begnü-gen lassen, ein um so auffallenderes Verfahren, als in anderen Abthei-lungen der Ausstellung mit der Fortschrittsmedaille eine ziemlich argeVerschwendung getrieben wurde.

4. Schweine der mittelgrossen Zucht.

Die hierher gehörigen Thiere hatte wiederum Ducke ring ausseiner berühmten Zucht ausgestellt. In den Körperformen waren die-selben unstreitig die vollkommensten von allen und sie hätten deshalbeine besondere Auszeichnung verdient. In dem Körper dieser Thierewar die ideale Form eines Parallelepipedon erreicht, der horizontaleDurchmesser war gleich dem perpendiculären, die grösste Masse vonFleisch und Fett darin vereinigt. Dennoch möchten wir die Zucht die-ses Schweines für die Verhältnisse in Deutschland nicht empfehlen,weil die Thiere weichlich sind und eine so grosse Anlage zur Fettsuchtbesitzen, dass in Folge davon die Fruchtbarkeit eine geringe und dasAuf bringen der Ferkel schwierig ist. Auch diese Zucht ist bedeutendschwerer im Körper geworden als sie früher war und steht der Zuchtder grossen Racen darin wenig nach.

5. Die Schweine der ungarischen Race.

Ungarn hatte nur Thiere der ihm eigentümlichen kraushaarigenRace ausgestellt, meistens von dem Mangalitzaschlage, jedoch warenauch Thiere vom Kis-Jemöer, Szalontaer und Milosschlage vorhan-den. Die Man gal itz aschweine sind entweder ganz schwarz oderauchweiss ohne Flecken, während die Thiere der anderen Schläge meist schwarzund braun gefleckt oder gestreift sind. In der Körperform sind dage-gen alle Schläge der kraushaarigen Race sich ähnlich, auch das syr-mische Schwein, welches gleichfalls ausgestellt war, macht davon keineAusnahme. Der lange, etwas schmale Kopf mit gerader Nase erinnertan die Verwandtschaft mit dem unveredelten Landschwein, der Rumpfist kürzer als bei den gleich grossen englischen Racen und der Rückenist nach auswärts gebogen. Es waren meistens gemästete Thiere aus-gestellt, zum Theil von sehr schwerem Gewichte. Die Mastschweine desBanquiers Herrmannstedt, Kreuzung der ungarischen und ser-bischen Race, waren ganz enorm fett und wurden auf 400 Kg leben-des Gewicht geschätzt; die Farbe derselben war grau mit schwarzenFlecken. Sehr fette Thiere hatte auch Pfeiffer aus Oedenburg aus-