858 Gruppe II. Forst- und Landwirthschaft.
findet sich schon seit mehreren Jahren im Berliner landwirtschaft-lichen Museum.)
Interessant war es, in der Sammlung des Fürsten Schwarzen-berg eine vollständige Uebersicht über die Entwickelung desKarpfens aus dem Ei, zusammengestellt von Herrn Dr. Edlen v-Marenzeller, zu sehen; eine ähnliche Collection hatte auch der GrafMoritz Saint-Genois zu Paskau geliefert.
Besonders hervorheben müssen wir ferner ein Modell der künst-lichen Fischzucht im Thiersee (Tyrol) von Herrn E. Lerpergerin Kufstein, das sich namentlich durch die zweckmässigen, äusserstwohlfeilen, dreieckigen Laichplätze für Sommerfische aus-zeichnet, von denen derselbe auch Modelle dem landwirtschaftlichenMuseum überliess.
Yon England, das so sehr die künstliche Zucht von Wasserthier enfördert, war nur ein Modell und zwar das eines Austernparkes vonW. Fell Woods, Director der South Eastern Oyster Companyzu Hayling und Havant in Hampshire, eingesandt.
3. Fisclierfahrzeuge und -Geräthe.
Während die Fischerfahrzeuge der verschiedenen Länder undselbst eines Landes je nach den örtlichen Verhältnissen oder landes-üblichen Gewohnheiten grosse Verschiedenheiten zeigen, weisen dieFischereigeräthe, speciell die Netze, eine merkwürdige Ueberein-stimmung bei den verschiedensten Völkern auf, ein Umstand, auf denReferent schon bei seiner Besprechung der Berliner Fischereiausstellunghingewiesen hat. (Circ. des deutschen Fischereivereins Nr. 5, 1873,S. 126.) Wie contrastirt dagegen das lange schmale Fischerboot desnördlichen Norwegens mit dem kurzen, breiten des südlichen, wie diealtholländische Kuff mit der italienischen Barke! — Aber auch dieseUnterschiede werden nach und nach mehr schwinden, seitdem man anvielen Orten bemüht ist, bessere, seetüchtigere, scharf gebaute undmöglichst gedeckte Fahrzeuge einzuführen. Besondere Verdienste indieser Angelegenheit hat sich die schwedische und norwegische Regie-rung erworben, auch in Holland hat man mit grossem Erfolge für denHochseehäringsfang die alten Buysen verlassen und die schnellsegeln-den englischen „Logger“ eingeführt, welche letzteren Schiffe auch inDeutschland seitens der Emden er Häringsfischereigesellschaftbenutzt werden.
Die Wiener Ausstellung zeigte uns von Fischerfahrzeugen eine grosseZahl, namentlich im Pavillon der österreichischen Handelsmarine, wodie k. k. Seebehörde und das Civico-Museum in Triest dieselbenmusterhaft aufgestellt hatten, ferner in der schwedischen, norwe-gischen und italienischen Abtheilung. Ausserdem hatte auch das