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2 (1874)
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857
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B. Landwirthscliaft. VII. Die Fischerei.

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Alles erwarteten, im Gegentkeil, ein gutes Fischereigesetz, eine ver-nünftige Schonzeit vor allen Dingen, kann weit mehr wirken als alleFischzuchtanstalten zusammen, aber als eins der vielen Mittel, dieGewässer wieder zu bevölkern und zwar vorzugsweise mit edlerenFischen ist sie aller Beachtung und Unterstützung werth. Die neuestenstatistischen Aufnahmen des deutschen Fischereivereins haben ergeben,dass in Deutschland circa 124, in Oesterreich-Ungarn circa 36 künst-liche Fischzuchtanstalten bestehen, ausserdem finden sich bekanntlichviele in Frankreich, Grossbritannien und Irland, ganz besonders aber inNorwegen und Schweden und, was bisher gar nicht so bekannt war,auch in Russland, wo ausser mehreren Staatsanstalten namentlich inFinnland eine grosse Zahl kleiner Privatanstalten existiren. EinemRussen, Herrn V. P. Wrassky, gebührt auch der Ruhm, ein neues Ver-fahren, die trockne Befruchtung der Eier, erfunden zu haben, dieweit bessere Resultate ergeben soll als die bisher übliche, bei der manden Laich ins Wasser schüttete, um die Milch dann damit zu mischen.Mit Wrassky gemeinsam arbeitet ein Deutscher, Herr Dr. Knoch,welcher sich namentlich die künstliche Zucht der in Russland (meinerpersönlichen Ansicht nach ohne vollen Grund) so hoch geschätztenSterlete zur Aufgabe gestellt und auch schon erfreuliche Resultateerzielte. Die russische Regierung unterstützt die Sache sehrund konnteschon 1870 mehrere Tausend befruchteter Sterleteier nach Schottlandsenden. HerrDr. Knoch hatte auch in Wien eine ganze Serie vonSterleteiern und jungen Fischen in verschiedenen Stadien ausge-stellt, ausserdem Kreuzungsproducte von diversen lachsartigen Fischen.Deutschland war nur durch zwei Aussteller von Fischzuchtpräpa-raten (Forellen in verschiedenen Entwickelungsstufen) vertreten,durch Dr. v. Haustein in Messkirch in Gemeinschaft mit Fisch-züchter Müller in Hausen einerseits und durch Prof. Braungart vonder königl. Landwirthschaftscentralsckule Weihenstephan anderer-seits. Dem Letzteren gebührt das Verdienst, schon seit 12 bis 15 Jah-ren viel zur Errichtung von Fisckzuchtanstalten in der Rhön, im Spes-sart, im Böhmerwalde etc. beigetragen zu haben.

Aehnliche Entwickelungsstufen von Salmoniden etc. fanden sich inder österreichischen Agriculturhalle Seitens des Herrn Aug. Cesarin Wien aus dessen Anstalten zu Paskau in Mähren und Ernsdorf,Oesterreichisch-Schlesien, ferner in der dänischen Abtheilung vonder Fischereigesellschaft zu Viborg, Director A.Feddersen, so-wie in der schwedischen und norwegischen Abtheilung. In dem schwedi-schen Fischereihause waren es besonders die trefflichen Präparate vomIntendanten Dr. Widegren, im norwegischen Hause die grosse Aus-wahl von Entwickelungsstufen und die zweckmässigen Modelle vonBrutkästen des Fischereidirectors M. G. Hetting, die allgemeineAufmerksamkeit erregten. (Eine ähnliche Sammlung Hettings be-