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2 (1874)
Entstehung
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859
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B. Landwirthscliaft. VII. Die Fischerei.

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Museo naval in Madrid eine sehr hübsche Collection spanischerFischerfahrzeuge nebst Geräthen beigesteuert, die um so mehr Beach-tung verdienten, als sonst selten Gelegenheit gegeben ist, spanischeFahrzeuge genauer kennen zu lernen. Von Deutschland hatte HerrDi-, Voigt in Hamburg sehr getreu gearbeitete Modelle der Fischer-fahrzeuge der Unterelbe ausgestellt, welche derselbe dem Berlinerlandwirtschaftlichen Museum zum Geschenk machte. Das letztere er-hielt auch von Herrn v. Yhlen in Gothenburg ein scharfgebautesHäringsboot aus der Provinz Blekinge im südlichen Schweden,welches bereits auf der Berliner Fischereiausstellung von neuvorpom-merschen Fischern als das für ihre Verhältnisse am meisten nach-ahmungswerthe bezeichnet wurde, zum Geschenk.

China und Japan sowie Ostindien hatten eine grössere Zahlvon Djunken und Fischerfahrzeugen ausgestellt; wir müssen aber diese,weil mehr ins ethnographische Gebiet gehörend, hier übergehen.

Hinsichtlich der Netze tritt in den letzten Jahren die allgemeineMeinung zu Gunsten der Maschinennetze, speciell der baumwolle-nen, ein. Noch im Jahre 1871 glaubte man in Gothenburg, dieMaschinennetze würden für Norwegen und Schweden keine grosse Be-deutung erlangen, da die Handarbeit dort billig wäre und die Fischerim Winter Zeit genug zum Netzestricken hätten. Jetzt aber hat manauch dort schon an vielen Stellen Maschinennetze in Gebrauch ge-nommen und ist sehr damit zufrieden. Baumwollene Maschinennetzewerden ausserdem angewendet an der dänischen, holländischen, engli-schen und französischen Küste, auch unsere Emden er Häringsfische-reigesellschaft, sowie manche einzelne Fischer Deutschlands bedienensich bereits-derselben. Man rühmt an ihnen das viel geringere Gewicht,das leichtere Trocknen, die Haltbarkeit u. s. w.

Erfreulich ist es ganz besonders, dass jetzt auch in Deutschlandeine Netzfabrik, die mechanische Netzfabrik zu Itzehoe in Hol-stein, errichtet ist, so dass unsere Fischer nicht mehr'auf den Importvom Auslande angewiesen sind. Leider aber werden der eben ersterrichteten Anstalt grosse Schwierigkeiten durch den Zoll bereitet,denn während mit nicht genug anzuerkennender Bereitwilligkeit derfrühere Zoll von 48Kmk. pr. Ctr. für baumwollene und hänfene Netzeauf l'ÖBmk. ermässigt ist, hat man den Zoll für baumwollene Fischer-garne auf der alten Norm von 18Kmk. pr. Ctr. belassen und dadurchder kaum erblühenden Industrie die Concurrenz mit ausländischenNetzfabriken fast unmöglich gemacht. Dringend wäre es zu wün-schen, dass hierin an maassgebender Stelle möglichst baldAbhilfe geschaffen werde. Dann, aber auch nur dann, wird esgelingen,'ähnlich grossartige Netzfabriken bei uns entstehen zu sehen,wie z. B. die von Broquant & Co. in Dünkirchen, welche gegen 1800Arbeiter beschäftigt.