Druckschrift 
2 (1874)
Entstehung
Seite
819
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B. Landwirthscliaft. III. Handelsgewäckse etc.

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Länge und besonders sehr grosser Stärke der Faser behaupten übrigensden alt bewährten Ruhm der französischen Hanfe, als welche sie be-sonders in der Marine Verwendung finden.

Den französischen Hänfen am nächsten stehen die deutschen Hanfe(des badischen Oberlandes), Gesammtanbaufläche 25 000 badische Mor-gen (9000 Ha), welche, wenn auch der Weichheit und Feinheit des italie-nischen Hanfes entbehrend und mehr zu den trocknen Hänfen zählend,so doch mit den französischen Hänfen eine unübertroffene Stärke der Fasergemein haben, als welche sie sich vorzugsweise für Fabrikate eignen,welche den jeweiligen Witterungseinflüssen und der Hasse ausgesetzt sind.

1. Im geschleissten Zustand als Schleisshanf, das ist die Faser ohnevorhergegangene andere Procedur mit Hand vom Stengel abge-zogen, findet er seine Verwendung zu Tauwerk und Wagen-leinen für Eisenbahnen.

2. Im gebrochenen, halbweichen Zustand als Seil- und Maschinen-hanf zur Fabrikation:

a. von Bindfaden, welche eine besondere Kraft in Anspruchnehmen, oder der Witterung ausgesetzt sind;

b. von Liderungsschnüren für Stopfbüchsendichtung.

3. Weichgeriebener und gehechelter Hanf dient vorzugsweise zumSpinnen von Schuhgarnen, Segeltuchgarnen, und Schlauchgarnen.

Auf diese Eigenschaften gegründet, ist die rühmlichst bekannteGesellschaft für mechanische Hanfspinnerei und We-berei in Emmendingen ins Leben gerufen worden.

Vertreten ist der badische Hanf durch:

Die genannte Hanffabrik in Emmen dingen,

A. Dauphin in Rheinbischoffsheim,

Behrle in Renchen,

J. Löb in Mannheim, und

Hereil in Legelshurst, dessen Maschinenbreche zugleich auchgegen Lohn für die bäuerlichen Hanfe der ganzen UmgegendVerwendung findet.

Dem badischen Hanf schliessen sich zunächst die verwandtenelsässischen Hanfe an, wie solche durch das landwirtschaftlicheKreiscomite in Hagenau und die Gemeinde Ostheim in derelsässischen Ausstellung in vortrefflichen Proben Vertretung fanden.

Sehr nahe den deutschen und französischen Hänfen stehen die rus-sischen Hanfe und macht sich besonders bezüglich der Röste undmechanischen Verarbeitung ein gleicher Fortschritt wie beim Flachsbemerkbar. Es sind Hanfe mit meist troekner, aber kräftiger undstarker Faser. Sie sind in recht schönen Proben vertreten durch:Basil Philimonoff in Rylsk, Gouvernement de Toula,Sorokine in Belev, daselbst,

Prokhoroff in Belev, daselbst,

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