Druckschrift 
2 (1874)
Entstehung
Seite
820
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. 820 Gruppe II. Forst- und Landwirtlischaft.

sowie als gewrakte Hanfe in der Collectivausstellung vom Co mite clela Bourse de Riga.

Schliesslich verdient noch eine Collection von sehr starken undsauberen Schwinghanfen von P. Hogsterp in Dokkum (Holland) Er-wähnung.

Allgemeine Bemerkungen zur Flachs- undHanfbereitung.

Vergleicht man die Gespinnstfaserausstellung von Paris mit dervon Wien, so lässt sich ganz unverkennbar in allen Productionslän-dern ein Fortschritt auf diesem Gebiete nachweisen, welcher sich vor-zugsweise auf die neuerdings allerwärts eingeführten und vielfach ver-besserten Walzenbrechmaschinen mit einer grösseren Zahl von hintereinander liegenden Walzenpaaren zurückführen lässt.

Die Vortheile der Walzenbrechmaschinen gegenüber der bisheri-gen Handbreche ist in Bezug auf die Schonung der Faser ganz unver-kennbar. Den öfter gemachten Einwand, dass sie zähe Flachse undHanfe nicht breche, kann man mit Recht dahin beantworten, dass dieserVorwurf auch auf die Handbreche Anwendung findet, indem das Aus-brechen zäher Faserstengel, nur durch Vermehrung der Schläge undin Folge davon auf Kosten der Stärke der Faser selbst zu bewerkstelli-gen ist, gegen welche*Schädigung die Kosten der natürlichen oderkünstlichen Trockniss der Faserstengel, wie hier bei den Brechmaschinenüblich ist, gar nicht in Betracht kommen.

Von nicht geringerer Bedeutung auf die Gespinnstindustrie mussdas auf der Pariser Ausstellung so viel Aufsehen erregende demLefebresehen System nachgebildete von Leoni & Coblenz in Vau-genlieu bei Compiegne bezeichnet werden, wonach die Flachse undHanfe ohne vorhergegangene Röste auf mechanischem Wege durch grös-sere vielpaarige Walzenbrechmaschinen gebrochen und durch Schwing-maschinen von allen Scheven befreit werden.

Allerwärts haben diese so in den Handel gebrachten Rohhanfe durchihre Gleichartigkeit und Stärke Bewunderung erregt, und besonderseine massenhafte Verwendung in der Seilerei gefunden. Haben sichdiese Hanfe auch in Folge der ihnen noch anhängigen gährungsfähigengummi- und stickstoffhaltigen Stoffe besonders den Witterungseinflüssenund dem Wasser ausgesetzt, durch eine nachträglich eingetretene Gäh-rung und Zersetzung nicht bewährt, so hat dies doch auf der anderenSeite auf Mittel und Wege geführt, diesem Uebelstand durch Anwen-dung von gährungs- und fäulnisswidrigen Mitteln, als da sind Eisen-und Kupfervitriol, Theeru. s. w., zu begegnen, welche Verfahrungsweisenbesonders in der Verarbeitung der Hanfe zur Seilerei allerwärtsüblich werden.