Druckschrift 
2 (1874)
Entstehung
Seite
817
Einzelbild herunterladen
 

B. Lanchvirthschaft. III. Handelsgewiichse etc. 817

Die Ausfuhr von gebrechtem Flachs beziffert sich 1872 auf138 820 Kg.

Die von den Departements Constantine, Algier und Oranausgestellten Proben von Henri Costerisan in Sidi, Farnaise inTiavarez, Sarazin in Algier, Morgero in Oran, Baron Jean deBrayin Algier u. s. w. sind, wenn auch weich, fein und schön in Farbe,so doch weniger stark in der Faser.

Auf gleicher Stufe stehen die Flachse von Spanien repräsentirtdurch Bodriguez de Zamora, La Comission de Luga, sowie dieFlachse von Italien, welche alle unter dem Einfluss der südlichen Zonebei grosser Weichheit und Seidenglanz der Festigkeit und Stärke derFaser entbehren.

B. Hanf.

Wie Belgien und Schlesien in der Flachscultur, nimmt Italien inder Hanfcultur eine ganz hervorragende Stellung auf der Weltausstel-lung ein.

-Durch Boden und Klima begünstigt, ist die Güte des italienischenHanfes vorzugsweise bedingt durch die dort übliche gartenbaumässigeBodencultur in Verbindung mit einer durchaus sorgfältigen und ratio-nellen Zubereitung in Bezug auf Sortirung, Röste und Ausarbeitung,bezüglich welcher besonders die Röste und das Trockengeschäft durchdas warme Klima begünstigt ist. Zeugniss davon geben die ansgestell-ten riesigen 3 bis 4 m langen, rohen und gerösteten Hanfstengelmit ihrer leicht ablösbaren, weichfetten, feinen, dabei blendend weissen,seidenartigen Faser, welche in ihrem ausgearbeiteten Zustande eineVerspinnung mit Flachs bis zu Nr. 40 ermöglicht.

Den ersten Rang nehmen unter den ausgestellten italienischenHänfen die Hanfe aus Bologna ein, dessen Gesammtproduction sichschon im Jahre 1843 auf 10381 919 Kg Tiglio beziffert.

Vertreten ist derselbe durch die vorzüglichen rohen und ausge-arbeiteten Hanfe von Alfonso Calzoni, Faruari Luigi und San-guinette Angelo in Bologna.

Ein weiterer Vorzug der italienischen Hanfe liegt in der sauberenAusarbeitung der Rohhanfe und der hohen Ausbeute an givter Faserbei weiterer Verarbeitung, wovon die ausgestellte Sammlung des imExportgeschäft berühmten Hauses Pietro Faschina & Co. in Bolognamit einem Jahresumschlag von 4 Millionen Francs einen glänzenden Be-weis giebt.

Weniger fein aber etwas kräftiger sind die Hanfe von Ferraraund Siracusa, wie solche vertreten sind durch:

Comizio Agraro in Ferrara, BorgiPrimo in Ferrara, GuariniConte Giovanni inForli, Fermaso Vinzenso in Verona undPiconeFrancesco in Siracusa.

Wiener Weltausstellung. U.

52