Druckschrift 
2 (1874)
Entstehung
Seite
747
Einzelbild herunterladen
 

A. Forstwirtschaft.

747

des weltberühmten japanischen Lackes aus Ulms verhix L. (vernielferaDC.) war durch Ausstellung eines Stämmchens dieser Holzart, wel-ches ringförmige Einschnitte enthielt, und sämmtliche dazu nöthigenInstrumente dargest'ellt. Eine Anzahl von Abbildungen wichtiger Nutz-pflanzen, dazu ein dem Museum in Yeddo gehöriges Herbarium ver-diente füglich als forstbotanisches Unterrichtsmittel Beachtung. DieRegierung hatte ferner eine Sammlung von 50 Sorten Algen geliefert,welche sämmtlich essbar oder industriell verwendbar waren, und deshalbgrossentheils künstlich cultivirt werden; als hervorragender Erziehersolcher Algen wurde ein Herr Omori Noriga in Tokio bezeichnet.Wir erwähnen diese Algen hier, weil sie speciell der Forstseetion zurBeurtheilung überwiesen worden waren.

Nach Allem erregte die Ausstellung Japans also auch in forstlicherBeziehung die gerechte Aufmerksamkeit, obgleich es nicht möglichwar, Aufschlüsse über etwaige Forstwirthschaft dieses Landes selbst zuerlangen.

Schlussbemerkung.

Die Antwort auf die vielgehörte Frage: Was will die Forstwirth-schaft auf der Weltausstellung? liegt dem nahe, der die letztere mitsachverständigem Auge betrachtet. Wohl ist es wahr, dass wedereine forstliche noch eine landwirthschaftliche Ausstellung, sei sie auchnoch so vollständig, nur annähernd das Bild von dem betreffendenwirthschaftlichen Zustande des Landes geben kann, wie dies Ausstel-lungen von Maschinen, Industrieproducten u. s. w. thun. Die Re-sultate des Waldbaues, der Waldpflege können nur höchst mangelhaftdargestellt werden; die Ausstellung noch so schöner und vieler Pflan-zen der verschiedenen Holzarten besagt gar nichts, wenn man nichtweiss, ob sie auch im Walde in entsprechender Menge und Qualitätzweckmässige Verwendung finden u. s. w. Was wollen ferner die rie-sigen Stämme und Stammscheiben bedeuten, wenn nicht eine wahrheits-getreu beigefügte Statistik beweist, dass sie transportmöglichen Lagenin grosser Menge angehören? Selbst dann ist aber der Forstwirthvollständig unschuldig an ihrem Dasein. Trotzdem liess aber eineso grossartige Ausstellung, wie die des Jahres 1873 zu Wien, den Be-sucher durchaus nicht ohne belehrende Anregung. Was uns in grossenZügen die Geschichte der forstlichen Wirthschaft und Wissenschaft imNacheinander lehrt, das sahen wir auf der Ausstellung der verschie-denen Völker im Nebeneinander der Gegenwart, obgleich viele Gliederdev grossen Völkerfamilie nicht vertreten waren. Die rein occupato-rische Thätigkeit zeigten die Ausstellungen Mittelamerikas, der Türkei,Rumäniens, Chinas u. s. w. Den ersten Fortschritt bahnt die Wissen-schaft dadurch an, dass sie die von der Natur dargebotenen Güter