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Gruppe XV. Musikalische Instrumente.
Pianofortefoaues
geltend, welcher auf den Weltausstellungen von allen übrigen Produc-tionen im Bau musikalischer Instrumente die grösste und bedeutsamsteRolle spielte. Diese Bedeutung des Gegenstandes ist in den Cultur-zuständen der menschlichen Gesellschaft tief begründet und lässt sichaus dem musikalischen Erziehungswerke erklären, welches seit dem16. Jahrhundert mit der übrigen geistigen Bildung der Nationen unaus-gesetzt Hand in Hand gegangen ist.
An Stelle der Laute, dieses populärsten Hausinstrumentes vom13. bis zum 16. Jahrhundert, trat das Clavichord, nachdem man, von derKenntniss der Orgeltastatur ausgehend, das sogenannte altgriechischeSimikon oder Hackebrett mit einer Construction versehen hatte, derenKlangwesen von der unvollkommenen Einrichtung des alten Docken-apparates abhing. Dieser fand ohne Unterschied auf alle Arten desalten Claviers Anwendung, gleich wie heutzutage die Hammerconstruc-tion bei allen Gattungen des Pianoforte als eines der Hauptmittel zurKlangerzeugung dienen muss. Aber schon im 16. Jahrhundert bildetesich die äussereForm unsererClavierinstrumente heraus; sie ist auchnach Einführung der Hammermechanik eine ähnliche geblieben und figu-rirte wiederum auf der Wiener Ausstellung des vorigen Jahres, wenn auchdie ganze Bauart der Neuzeit ein weit stärker zubereitetes Material undeinen grösseren Umfang des Kastens erfordert, als in jener Zeit, woClavichord, Clavicymbal, Claviciterium *) als verschiedene Arten des inRede stehenden Tasteninstrumentes die Freunde der damals noch sehreinfachen Tonkunst nicht selten in grosse Erregung versetzten undDisputationen über die zweckmässigste Einrichtung sowie über denWerth der einzelnen Gattungen hervorriefen. Wie gering war aberdamals der Tonumfang gegenüber dem heutigen; denn das Clavichordhatte anfangs 20 Tasten, genannt Claves, mit welchen man nur das
*) In der von Professor Dr. Hauslick in verdienstvollster Weise undmit grösster Umsicht arrangirten musikalischen Abtheilung der additionellenAusstellung zu Wien, wo auch einige alte Formen des Claviers zu findenwaren, dachten wohl manche Kenner der Musikwissenschaft an die Beschrei-bungen des alten Agricola, welcher nach Angabe der Blasinstrumente überdie Tasteninstrumente folgendes Versehen zum Besten giebt:
„Des andern Geschlechts sind ungelogenAlle Instrument mit Seyten bezogenAuch sind etliche mit Claviren gemachtDurch welch’ yhre Melodey wird vorbracht.
Als sind, Clavichorden, ClavicimbalSymphoney, Schlüsselfidel, Virginal,
Claviciterium, Leim, mein ich auch
Und alle, .die yhn gleich sind ym gebrauch.“