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2 (1874)
Entstehung
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Section II. Uhren.

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astronomische Uhr aus dem vorigen Jahrhundert, welche durch dieEinfachheit des Gedankens (vier Zeiger aus demselben Mittelpunktelösen eine ganze Reihe astronomischer Aufgaben) jedenfalls viele ihrerausgestellten Schwestern übertraf.

Das Geschäft wurde früher ausschliesslich als Hausindustrie mitArbeitstheilung in etwa zwölf verschiedenen Geschftftsstufen, als: Schild-spalter, Schilddreher, Schildmaler, Gestellmacher, Räder- und Glocken-giosser, Ketten- und Kettenradmacher, Tonfedernnftacher, Kasten-schreiner u. s. w. betrieben, von welchen der Uhrenmacher die Bestand-theile kaufte. Doch sind in letzter Zeit auch grössere Fabriken ent-standen , welche bei vollkommenster Arbeitstheilung und Anwendungvon Wassei- und Dampf kraft alle Theile und die fertige Uhr erzeugen.So beschäftigt die Aetiengesellschaft in Lenzkirch etwa 600Arbeiter. Allein auch die Bearbeitung der einzelnen Theile wird jetztmehr im Grossen betrieben. So lässt der Giesser jetzt die Räder ab-drehen und durch selbstthätige Maschinen, deren sechs von einemManne bedient werden, zahnen. An Wasserkräften hierfür hat es kei-nen Mangel.

Die Production des Schwarzwaldes steigerte sich von Jahr zu Jahr.

Im Jahre 1796 wurde die Zahl der jährlich fertig gewordenenUhren auf 75 000, im Jahre 1808 auf 200000 und im Jahre 1862 auf1000 000 gebracht. Sie betrug 1872 an 1800 000 Stück, im Werthevon etwa 10 Mill. Gulden; hierunter sind aber die Musikwerke undThurmuhren nicht begriffen, von welchen leider nichts zur Ausstel-lung kam.

Der Schwarzwald besitzt auch eine ziemliche Zahl von Werkzeug-fabriken , von welchen jedoch nur zwei die Ausstellung beschickten.In den feineren Werkzeugen ist er zum Theil noch von der Schweizabhängig, woher auch die deutschen Taschenuhrenmacher ihre Rohwerkebeziehen. Einen in neuerer Zeit sehr begehrten und darum in grossenQuantitäten verfertigten Artikel bilden die sogenannten Schiffsuhren,d. h. Zugfederuhren mit mittelgrossem Werke, ziemlich grossem Ziffer-blatte in runder oder eckiger, einfacher Fassung, welche statt des Pen-dels einen Taschenuhrenankergang haben und darum in jeder Lage gehen.

Ausser auf dem Schwarzwalde Werden im Deutschen Reiche nur nochin Freiburg in Schlesien Pendeluhren in grösserem Maassstabe gefer-tigt (Gustav Becker und H. Endler & Co.); das Geschäft wird mitArbeitstheilung und Dampf- und Wasserkraft betrieben, und erste-res soll einen Umsatz von circa 600 000 Rmk. haben. Taschenuhrenwerden von Lange & Söhne in Glashütte in Sachsen iu grossem Um-fange gefertigt.

Die Herstellung von Thurmuhren und feinen astronomischenPendeluhren sowie von Marinechronometern ist entweder von keinerLocalität abhängig, oder befindet sich in den Hafenstädten und bei den

Wiener Weltausstellung. II. 35