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Gruppe XIV. Wissenschaftliche Instrumente.
Sternwarten. Es'liegt in der Natur der Sache, dass Schiffschronometerund astronomische Pendeluhren nicht fabrikmässig angefertigt werden,wenn auch hier, namentlich bei Schiffschronometern, vieles, insbesonderedie Rohwerke, von einzelnen Geschäften zusammengekauft wird.
Schiffschronometer und astronomische Pendeluhren waren durchKnoblich in Altona und Bröcking in Hamburg in ausgezeichneterWeise und auch noch von einigen anderen vertreten. Es ist bis jetztim Deutschen Reiche noch keine Vorkehrung getroffen, um die Schiffs-chronometer auf Sternwarten einer amtlichen Prüfung zu unterziehen.
Aehnlich verhält es sich mit Thurmuhren, und es giebt überhauptnur einige Geschäfte, wo dieselben wirklich fabrikmässig — mit Arbeits-theilung und auf bestimmte Nummern beschränkt — gefertigt werden,wozu eigentlich erst die Eisenbahnen durch ihren Bedarf an Stations-uhren Veranlassung gaben. Das Deutsche Reich war in eigentlichenThurmuhren verhältnissmässig zuiü Bedarf gut vertreten, indem derKatalog dreizehn Aussteller aufführt, wovon einzelne mehrere, bis sechsStücke (nicht lauter Thurmuhren), aufgestellt haben.
Die Arbeit war im Allgemeinen gut, wenn auch die Zahnform ineinzelnen Fällen nicht correct war. Die Tendenz vieler Ausstellerging dahin, dem Pendel während 30 bis 60 Seeunden oder doch wäh-rend eines Theils der Secunde freie Schwingung zu verschaffen undden Impuls immer nur' nach 30 bis 60 Seeunden wirken zu lassen,nach welcher Zeit das Pendel ein Laufwerk auszulösen hat, welchesdann auch die Zeiger treibt. Im Allgemeinen war man nicht der Mei-nung , dass hierbei viel Gutes erzielt wird, namentlich nicht, wenn dieSache auch auf astronomische Pendeluhren ausgedehnt wird, da einmalkeine dieser Pendelbewegungen ganz frei sein kann und jede Künsteleiim Baue einer Uhr in der Regel nachtheilig wirkt. Es fand deshalbnur die Mannhardt’sche Uhr dieser Art ihrer Einfachheit und sonstvorzüglichen Arbeit wegen den Beifall der Jury, während dieselbe nichtglaubte, durch Prämiirung solcher Abwege oder neuer Hemmungen,die schon im Princip verfehlt waren — wenn auch die Arbeit sonst tadel-los erschien —, die Urheber auf diesem "Wege noch aufmuntern zu sol-len. Wo, wie im Falle von Neher aus München, neben complicirtenWerken auch noch einfache von sorgfältigster Arbeit ausgestellt waren,glaubte die Jury letztere belohnen zu müssen.
In der Regel waren die übrigen Werke — ohne angeblich freischwingendes Pendel mit von- 30 bis 60 Seeunden wirkendem Selbst-aufzug versehen, um den Pendelgang vom Zeigerwerk unabhängig zumachen; die hier verwendete Kraft war dann eine Feder oder einGewicht und es war Stiften- oder Ankergang angewendet, in letzteremFalle auch Steinpaletten. Selbstaufzug ist für Thurmuhren eine wesent-liche Sache, theils der grossen, dem Winde ausgesetzten Zeigez-,theils der langen, oft Universalgelenke erfordernden Zeigerleitungen