Druckschrift 
2 (1874)
Entstehung
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Gruppe XVIII. Bau- u. Civil -Ingenieurwesen.

geändert werden. Dieser Apparat wird von dem Bureau für statistischeUntersuchungen zur Prüfung der Festigkeit der verschiedenen BausteineFrankreichs gebraucht, die in Cuben von 3 bis 10 cm Seite zur Prüfunggelangen. Ganze Ziegelsteine oder Mauerkörper können damit nichtzerdrückt werden.

Ein anderer Apparat dieser Art ist von Raache-in Riga (Russland)ausgestellt. Das drückende veränderliche Gewicht wirkt hier am Endeeiner Combination von drei übereinanderliegenden Hebeln, wodurch dieKraft ähnlich der Einrichtung bei den Centesimalwagen ins Vielfacheübersetzt wird. Die untersten Hebel fassen die Kluppen zur Befesti-gung des zu prüfenden Materials, der oberste Hebel hat noch ein ver-schiebbares Gewicht zu geringen Modificationen des Druckes erhalten.Durch sinnreiche Combinationen der drei Hebel ist es ermöglicht,grössere und kleinere Druckkräfte sowie auch Zugkräfte hervorzubringen.

Hierher gehörig ist noch ein von der Orleans - Eisenbahn-gesellschaft zu Paris vorgeführter Apparat zur directen Messungder Ausdehnung oder Zusammendrückung von Eisenstäben in Fachwerks-trägern. Zwei von einander entfernte Punkte der Eisenconstructionwerden durch eingeschraubte Stifte markirt. Die bei der Belastungder Construction in der Entfernung dieser Stifte von einander eintre-tende Veränderung wird durch Fühlhebel und Zeiger angegeben. Eswäre hierbei auch wohl noch möglich, die Aenderung des Winkels,welchen die gemessene Linie mit der senkrechten macht, zu messen.Es ist nicht zu leugnen, dass man aus diesen Maassen einige Schlüsseauf die elastischen Kräfte im Material machen kann, wenn die beidenPunkte entsprechend einfach gewählt werden.

b. Fundirungen der Pfeiler.

Unter den Fundirungen sind nur solche hervorzuheben, welcheauf dem Principe der Taucherglocke basiren, d. i. die Fundirungenunter Anwendung von comprimirter Luft.

Seit der im Jahre 1845 ausgeführten pneumatischen Fundirungder Pfeiler der Rheinbrücke bei Strassburg von Castor hat dieseFundirungsart mannigfache Abänderungen erlitten. Derselbe Unter-nehmer, der seitdem viele pneumatische Fundirungen in verschiedenenLändern zur Ausführung gebracht hat, hat gegenwärtig den Bau derDonaubrücke bei Stadlau in der österreichischen Staatseisenbahn vollendet.Bei derselben sind die Pfeiler in ähnlicher Weise gegründet. Die Caissonsunterscheiden sich wenig von den früheren, jedoch sind sie nicht inKetten aufgehängt, sondern zwischen Pontons direct auf den Bodenversetzt. Vom Rande der Caissondecke bis über den Wasserspiegelreicht ein Blechmantel, der beim Mauern als Fangdamm dient. Riistun-