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2 (1874)
Entstehung
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Gruppe XVIII. Bau- u. Civil-Ingenieurwesen.

sich verbreitenden Arbeiten haben die durch ihre Fieber berüchtigtenSümpfe bereits ausserordentlich eingeschränkt und grosse Flächenfruchtbarer und gesunder Aecker geschaffen.

Hierher gehört vor Allem auch die Entwässerung des SeesFucino (in der Provinz Aquila). Dieser See erfüllt ein beckenförmigesflaches, aber von hohen Bergen eingefasstes Thal und hat keinen ander Erdoberfläche liegenden Ausfluss, sondern bildete mit den in ihnfallenden sehr bedeutenden Bergwässern ein abgeschlossenes Wasser-system , welches durch Verdunstung und unterirdische, natürliche undkünstliche Ableitungen im Gleichgewicht erhalten wurde. In Folgedessen hatte der See keine constante Höhe, sondern diese wechselte mitden Jahren sehr bedeutend, überschwemmte weite Landstrecken, machtedie in seiner Nähe liegenden Dörfer unbewohnbar und erzeugte dabeiein höchst ungesundes Klima. Der See hat eine runde, etwas länglicheGrundfläche, die im Jahre 1860 19 500 m lang war, bei einer grösstenTiefe im ziemlich flachen Boden von 23 m. Seit dem vorigen Jahr-hundert bis 1816 wuchsen die Wasser des Sees stetig, dann nahmensie bis 1835 (im Ganzen um etwa 12 m) ab, um wieder bis 1860 zuwachsen. Von diesem Zeitpunkte ab sind die Wasser gesunken bis zurVollendung der vollständigen Entwässerung im Jahre 1870. Die Ober-fläche des Sees betrug 1860 15 762 Ha.

Die Bömer hatten unter der Regierung des Kaisers Claudiusdurch ein berühmtes Werk, welches, einen Beweis für die grosse tech-nische Fertigkeit jenes energischen Volkes liefert, bereits den See durcheinen unterirdischen ausgemauerten Stollen in den tiefer liegenden FlussLiri abgelassen. Im Laufe der Zeit zerfiel jedoch der Canal, er warauch für die grössten Wasserzuflüsse zu klein, und das Seebecken fülltesich wieder. Erst in neuester Zeit hat ein Privatmann, der FürstAlex. Torlonia, ohne vom Staate unterstützt zu werden, es unter-nommen , durch einen neuen grösseren, dem heutigen Zustande derTechnik entsprechenden, unterirdischen Stollen den See abzuleiten unddie grossen fruchtbaren Landstrecken wieder zu erobern. Der mitQuadern ausgemauerte Stollen hat eine lichte Höhe von 5'76m undeine grösste Breite von 4'00m, von einem Querschnitte von 19'6qm,während der Römercanal nur 5'0 qm enthielt. Der neue Canal folgtdem Zuge des früheren ungefähr und benutzte ihn auch theilweise; dieArbeit war äusserst schwierig und mühsam, des grossen Wasserandrangesund der grossen Länge (über 6 Km) wegen. Eine Menge von Schachtenkonnte an verschiedenen Punkten der Oberfläche bis zum Stollen herab-getrieben werden. Der Seeboden wird durch ein Netz von rechtwinkligsich schneidender Canäle und Strassen getrocknet und zugänglichgemacht; der Stollen ist gegen den früheren See durch ein Ueberfallwehrgetrennt, auch kann derselbe durch Schützen und Balkenwände behufsReparatur abgesperrt werden. Die Ausführung war den französischen