286 Gruppe XIII. Maschinenwesen u. Transportmittel.
Besondere Erwähnung dürften auch die von derselben Firma aus-gestellten sogenannten Sandschneider verdienen, welche als eine demösterreichischen und ungarischen Wagenhau eigenthümliche Specialitätbetrachtet werden dürfen, und sich durch ihre verhältnissmässige Billig-keit hei zweckmässigem Bau und durch die Möglichkeit ihrer leichtenUnterhaltung hei der Verwendung des die Naturfarbe zeigenden Holzesauszeichnen.
Von den Wiener Firmen tritt nächstdem besonders Marius durchseine prachtvollen Wägen und die vorzüglichen Federn hervor. Na-mentlich ist die Schmiedearbeit bei ihm wie bei den Lohner’-schen Wagen eine ganz ausgezeichnete. Durch die mit äussersterEleganz ausgestattete Hofequipage (Gala-Berline des Kaisers von Oester-reich) mit ihren prachtvollen Bockdecken, ihrer bewundernswerthenSculptur und ihrer im Ganzen äusserst brillanten Ausführung ist derBeweis erbracht, dass bei entsprechender Bewilligung von Geldmittelnauch in Oesterreich Luxusstücke ersten Banges gebaut werden können.
Von den Wiener Fabrikanten ist besonders noch Armbrusterzu erwähnen, welcher unter Anderem zwei schöne Landauer und ein Coupeauf acht Federn ausgestellt hatte. Ueber die übrigen österreichischenWagen, die zum Theil recht gut ausgeführt waren, ist etwas Besonderesnicht zu sagen, was nicht schon in den vorstehenden allgemeinenBemerkungen über die österreichische Wagenbauindustrie gesagt wäre.
Das Hervorragendste unter den ungarischen Wagen, für welcheübrigens das für die österreichischen Wagen Gesagte zum grossenTheil gilt, namentlich was die leichten, offenen, für die Steppen berech-neten Fuhrwerke betrifft, hatten die Gebrüder Kölber in Pest aus-gestellt, welchen von der Jury die Fortschrittsmedaille zuerkannt wurde.
Die russischen Wagen auf der Ausstellung zeichneten sich durchsehr gute und solide Arbeit aus, was bei den Schwierigkeiten, mitwelchen die Fabrikation dort zu kämpfen hat, um so höher anzuer-kennen ist. Auch die Formen sind geschmackvoll, wenn es auch beiden Verhältnissen der Verkehrswege in diesem Lande in der Naturder Sache liegt, dass die Solidität der Construction dort in erster Beihehervortreten muss, wodurch die Wagen einen gewissen massiven An-strich erhalten und die Beschläge etc. zuweilen besonders stark undwuchtig erscheinen. Die hervorragende Petersburger Firma N e 11 i s,welche schon auf der Pariser Ausstellung ganz vorzügliche Leistungenbekundet hatte, bewährte in dem ausgestellten Phaeton auf acht Federnwieder ihren alten Buf. Auch die bedeutenden Moskauer Firmen,unter denen besonders Arbatski durch eine hübsche naturfarbeneDroschke sowie einen Schlitten, undMarkoff durch einen Phaeton her-vorragten, gaben ihren Petersburger Schwestern in Hinsicht der gutenArbeit und gediegenen; Construction nichts nach, scheinen aber in Hinsicht