Section IY. Strassenfuhrwerke.
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Frage sieh dahin löste, dass diese Seitenscheiben mittelst einer Coulisseauf dieThüren hingeleitet in dieselben versanken. Natürlich erhieltendie Thüren dadurch eine unförmliche Dicke und Schwere, da jedeThür ausser der Seitenscheibe auch noch das Thürglas bergen musste.Die Scheibe nach dem Bocke zu war in der Mitte durchgeschnitten,klappte zusammen und versank in den vorderen Glaslauf, die vorderenSeitenstollen legten sich nach inwendig hinein.
Diese ganze Einrichtung war indessen so complicirt, die Mühedes Zurückschlagens so gross, dass dieser Wagen lange Zeit ein Unicumblieb und auch später nur wenig Nachahmer fand, so wünschenswerthes auch erscheinen muss, den Uebelstand eines gewöhnlichen Landauers,bei aufgestelltem Verdeck nur wenig Aussicht zu gewähren, durch einegeeignete Fensterconstruction beseitigt zu sehen. Auch auf der Pari-ser Ausstellung 1867 waren nur zwei derartige Wagen der Beurtheilnngder Jury unterbreitet: ein Pariser Wagen von Dessouches und einLandauer mit mechanischen Verdecken von Morgans & Sons inLondon. Beides waren recht schön gearbeitete Stücke, indessen beidemit dem Mangel behaftet, dass die sämmtlichen Wagenscheiben ent-fernt werden mussten, bevor die Verdecke sich niederlegen Hessen.
Diese Constructionen, mehr oder weniger modificirt, blieben inErmangelung einer besseren mehrere Jahre in Gebrauch und fandenauch in Deutschland Anwendung. Da tauchte im Jahre 1870 zuerstin Wien die ganz neue Lohn er’sehe Verdeckconstruction auf, wonachdas Vorderverdeck schief nach vorn überklappte, und sich unter denBock zusammenlegte, welch letzterer mit einem Charnier versehen ist,damit er, nach vornübergeklappt, das Verdeck passiren lässt. Dievorderen Seitenscheiben werden dabei einfach an die dem Bock zuge-kehrten Scheiben geklappt, wozu entsprechende Charniere vorgesehensind, und legen sich mit den ersteren zusammen unter den Bock 1 ).Beim Niederlegen des Verdeckes kann ein gegenseitiges Verschiebender einzelnen Theile auf einander und eine daraus entstehende Deran-girung derselben nicht eintreten, die Construction ist in hohem Gradesolide, und steht hinsichtlich des raschen Oelfnens und Schliessens jenerder gewöhnlichen Landauer an Bequemlichkeit nicht nach. Man darfdie gedachte Construction als eine für die Ausführung der Landauerin Zukunft jedenfalls Epoche machende bezeichnen.
Es mag bemerkt sein, dass eine im "Wesentlichen hiervon nicht ab-weichende Construction in Deutschland zuerst, und zwar schon vor dem Be-kanntwerden der Lohn er’sehen, von dem "Wagenfabrikanten H’errn W.Mengelbier in Aachen ausgeführt worden ist. Hierbei werden die Seiten-scheiben nicht nach vorn, sondern nach oben an das Verdeck geklappt undlegen sich mit diesem zusammen unter den Bock. Bei dieser Gelegenheit seiHerrn Mengelbiel', dem Juror der Pariser Ausstellung 1867, für die vor-stehenden von ihm gemachten Angaben der beste Dank ausgesprochen.