Section IV. Strassenfuhrwerke.
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ihrer Preise billiger arbeiten zu können, als dies in Petersburg möglich ist.Im Ganzen scheint der russische Wagenbau mit dem österreichischenauf nahezu gleicher Stufe zu stehen, wenn dies auch nicht geradedurch eine so reichliche Betheiligung zur Anschauung gebracht wor-den war.
"Was die deutsche Wagenausstellung anbetrifft, so musste dieWahrnehmung gemacht werden, dass die grossen Wagenbaufirmen desRheinlandes von der Ausstellung fern geblieben waren. Vielleicht des-halb, weil dieselben ohnedies mit Arbeiten überhäuft waren, höchstwahrscheinlich aber deswegen, weil bei den als niedrig bekanntenösterreichischen Wagenpreisen nicht genügende Interessen für die west-deutschen Aussteller vorhanden waren, und die aufzuwendenden Kostensomit wahrscheinlich nicht im Verhältnisse zu dem erzielten Erfolgegestanden haben würden.
Die Berliner Firma Actiengesellschaft für Wagenbau,vormals Jos. Neuss, hatte durch eine schöne Kalesche auf acht Fe-dern, welche ihr die Fortschrittsmedaille eintrug, ihrem alten Rufeentsprochen, während E. Kühlstein ein hübsches, ebenfalls auf achtFedern ruhendes Coupe ausgesteUt hatte. Ein allerliebster Phaeton,von Wiederkehr in Colmar ausgestellt, zog durch reizende Formsowohl wie durch ansprechende Ausführung neben guter Arbeit dieAufmerksamkeit der Besucher wie der Jury auf sich.
Die namhafteste rheinische Firma, welche sich an der Ausstellung,wenn auch nicht von Wagen, so doch von Wagenbestandtheilenbetheiligt hatte, ist die von Dick & Kirschten in Offenbach a. M.Diese nunmehr seit 91 Jahren bestehende Fabrik beschäftigte sichbis Ende der fünfziger Jahre ausschliesslich mit Herstellung vonReise-und Luxuswagen, deren einzelne Theile sie bis auf die kleinstenBeschläge selbst herstellte. Dieses System konnte jedoch den erhöhtenAnsprüchen der neueren Zeit gegenüber ohne Beeinträchtigung derErzeugnisse nicht aufrecht erhalten werden. Schon früher war mandazu übergegangen, Laternen und Plattirungen von den sich eigens mitderen Herstellung befassenden Fabriken zu beziehen. Dagegen mussteman den beschränkten Bedarf an Federn, Patentachsen und Beschlägenmit mangelhaften Hilfsmitteln selbst erzeugen, da man in Deutschlandbis dahin den Vorbildern, welche England und Frankreich in Bezugauf Arbeitstheilung gegeben hatten, noch nicht gefolgt war.
Den gegenwärtigen Besitzern der Fabrik von Dick & Kirsch-ten, Herren Wecker undRoediger, war es Vorbehalten, nachUeber-nahme des Geschäfts 1856 die fabrikmässige Darstellung der Patent-wagenachsen und Federn in Deutschland einzuführen und dieselbe mitdem früheren Geschäfte zu verbinden. Während bis zu dieser Zeitnur einzelne grössere Fabrikanten in der Lage waren, sich mit grossen