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2 (1874)
Entstehung
Seite
245
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Section III. Die Eisenbahntransportmittel. 245

Untergestell und Kasten zur Abhaltung der belästigenden Vibrationenvon dem letzteren hat an Ausdehnung gewonnen.

Bei vielen Bahnen werden Heizungseinrichtungen in den Per-sonenwagen aller Classen nangebracht.

Die Versuche mit den verschiedenen Methoden der Heizung sind,wenngleich dieselben an sich schon recht befriedigende Resultate lie-ferten, doch noch nicht so weit geklärt, um sicher übersehen zu können,welche von ihnen den Vorzug verdient.

Zur Beleuchtung der Personenwagen werden meistens Oellampenangewandt. In Russland und bei einigen dahin anschliessenden Bahnenbenutzt man Stearinkerzen dazu. Dem Berliner Fabrikanten J. P i n t s c hscheint es gelungen zu sein, eine gute Gasbeleuchtung für Eisenbahn-wagen herzustellen, welche, wenn die damit auf derNiederschlesisch-Märkischen Bahn erzielten Resultate sich dauernd bestätigen, wohlbald alle anderen Beleuchtungsmethoden verdrängen dürfte.

Neuerdings ist die Einrichtung von Schlafwagen bei vielen Bahnenlebhaft in Aufnahme gekommen. Das Urtheil des reisenden Publicumsdarüber steht jedoch noch zu erwarten.

Die Auffassung, welche sich längere Zeit gegen die Einrichtung vonRetiraden in Personenwagen stemmte, scheint nicht nur beseitigt, sondernin einzelnen Fällen in die umgekehrte Strömung umgeschlagen zu sein.

Ein wesentliches Hinderniss zugleich ökonomischer und bequemererEinrichtung der Personenwagen ist die von dem Vereine deutscherEisenbahn-Verwaltungen beliebte Beschränkung deiKastenbreite.Eine Vergrösserung der zulässigen Breite um 20 bis 25 cm würdeschon einen grossen Fortschritt zulassen. Wenn bei der Erwägungder Zulässigkeit einer solchen Verbreiterung lediglich die Erfahrungzu Rathe gezogen würde, dürfte vielleicht das Resultat günstig fürdieselbe ausfallen.

Die Versuche, Signalwerke einzuführen, welche es den Reisenden er-möglichen, das Zugbegleitungspersonal von einer Gefahr zu benachrich-tigen, sind immer noch nicht ganz aufgegeben.

Selbstredend ist es unmöglich, Signalwerke zu construiren, welcheeinen schlafenden Passagier gegen Gewalttätigkeit von Mitreisendenschützen, es ist aber auch principiell unrichtig, dem Reisenden einen,wenn auch nur beschränkten Antheil an der Ueberwachung des Zugeszuzumuthen; dieselbe muss vielmehr ausschliesslich Aufgabe der Eisen-bahnverwaltung und ihrer Organe bleiben. Sehr wahrscheinlich wärediese Frage längst durch allgemeine Einführung von Durchgangswagengelöst, wenn nicht die eben erwähnte geringe Breite der Wagenkastendies entweder zu kostspielig für die Bahnen oder zu unbequem für diePassagiere machte.

Es ist nicht zu verkennen, dass eine grosse GefahrfürdenFortschritt des Eisenbahnwesens darin liegt, dass Einrichtungen und