34 Gruppe XIII. Maschinenwesen u. Transportmittel.
Die erstere Maschine hat eine sehr hübsche Signalvorrichtung mitDoppelschraube und zwei Schiebern, von denen abwechselnd der eineund der andere das Signal giebt und, falls dasselbe überhört oder über-sehen werden sollte, die Dampf bremse sel'bstthätig auslöst und so einenUnglücksfall verhütet. Eine ähnliche Vorrichtung dieser Art findetsich an fast allen ausgestellten Maschinen wieder, und ist dieselbejedenfalls ein bedeutender Schritt zur Vermehrung der Sicherheit derSeilförderung.
Eine grössere Maschine für runde Seile ist von der Fiirstl.Salm’schen Maschinenfabrik Blansko ausgestellt. Dieselbe hatnur einfache Schiebersteuerung und die Umsteuerung sowie die Ver-änderung der Expansion geschieht durch einen besonderen, zwischenSchieber und Cylinder liegenden, von Hand beweglichen zweiten Schieber.
Eine sehr hübsche. Maschine hat ferner die Prager Maschinen-fabrik, vormals Buston & Co. ausgestellt. Die Maschine ist wie alleübrigen Zwillingsmaschine; sie ist für flache Seile berechnet und hatVentilsteuerung. Unterhalb des Podiums für den Maschinenwärter liegtmitten zwischen den Cylindern und parallel mit denselben die directvon der Hauptwelle getriebene Steuerwelle. Auf derselben ist ver-schiebbar, aber nicht drehbar ein eigenthümlich gestalteter Körper;eine zu einem Gussstück vereinigte und allmählich in einander uber-geführte Folge von Curvenscheiben, von welchen aus die Ventile bewegtwerden. Die Expansion wird verändert bis zur Umsteuerung durchVerschieben dieses Curvencylinders mittelst Handhebels.
Von deutschen Ausstellern ist allein vertreten die Wilhelmshüttein Sprottau, und zwar ebenfalls mit einer Ventilmaschine. Die Ventilewerden gehoben durch eigenthümlich gestaltete Daumen von einerquer gelegenen Welle aus, welche durch ein Excenter in oseillatorischeBewegung gesetzt wird.
Die letzte Maschine dieser Gattung endlich ist die von L. A.Quillacq & Co. in Anzin (Nord) in der französischen Abtheilung.Diese ist mit einer neuen Steuerung versehen, der von Guinotte, vonwelcher sich ein besonderes Modell in der Seitengallerie der belgischenAusstellung befindet und welche ausserdem noch an einer der belgi-schen Locomotiven, der der Gesellschaft von Marcinelle undCouitlet, angewandt ist. Die Steuerung ist hier in der Weise ange-bracht, dass durch dieselbe selbstthätig nach vorher bestimmtem Ge-setze sich die Expansion während der Bewegung verändert. So geist-reich auch diese neue Steuerung ist, so will mir doch scheinen, als ohdieselbe für diesen Zweck weitaus zu complicirt wäre. Es kommt inKohlengruben, für die doch diese Maschinen vorzugsweise bestimmtsind, und auch für andere Förderzwecke, wahrlich nicht so sehr daraufan, den Dampf so vollkommen wie möglich auszunutzen, als vielmehrdarauf, eine möglichst stabile und wenig complicirte und darum auch