Druckschrift 
2 (1874)
Entstehung
Seite
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Section I. Motoren, Kraftübertragungsmaschinell etc. 33

Die Steuerungshahnen werden bewegt durch ein gemeinsamesTriebwerk von der Hauptwelle aus.

Auf der Spindel 8 sitzt je ein Schraubenrad, welches durch eingleiches auf der parallel zur Cylinderachse gelagerten Steuerwelle ge-trieben wird. Die beiden Dampfkolben haben gleichen Hub, und ihreDurchmesser verhalten sich wie 1 : 2. Durch die Hahnkegel wird derDampf bei 0'65 des Hubes abgesperrt, während durch die Expansions-kappe der Füllungsgrad bis zu 0'05 herabgezogen werden kann. ImMittel ist derselbe 0'4, so dass also der Dampf von 0’4 bis 4, d. h. aufdas Zehnfache expandirt. S ist die Spindel der Expansionskappe,welche direct vom Regulator bewegt wird.

Die Maschine hat eine ungemein hohe Kolbengeschwindigkeit —■115 Umdrehungen pro Minute — und die Dampfverluste sind daherrelativ gering, obgleich die Maschine der starken Expansion ent-sprechend mit 10 Atmosphären Anfangsspannung arbeitet. Die Steue-rung ist, wie die Indicatordiagramme zeigen, eine ganz vorzügliche;alle Theile derselben haben eine absolut gezwungene Bewegung undarbeiten ohne jeden Stoss, so dass der Gang der Maschine fast voll-kommen geräuschlos ist. Dabei ist dieselbe, namentlich gegenüber denverschiedenen Variationen des Corliss-Systemes, so einfach und zeigtauch, wie die Erfahrung an der ersten Maschine dieses Systemes ge-lehrt hat, welche seit l 1 / 2 Jahren die sämmtlichen Transmissionen undArbeitsmaschinen der Dingler’sehen Fabrik treibt, so ausserordent-lich wenig Abnutzung, dass sie wohl neben der S u 1 z e r - Maschine alsdie vorzüglichste der Ausstellung und als die Maschine der Zukunftbezeichnet werden darf.

Von grösseren Betriebsmaschinen bleiben jetzt nur noch die fürspecielle Zwecke bestimmten übrig. Von diesen sind die beidenWalz Werksmaschinen von Englerth & Cünzer und von Danek& Co. bereits oben kurz besprochen; erwähnt wurden ferner ebenfallsbereits die Gebläsemaschinen von Seraing und von Simmering,es bleiben also wesentlich nur noch die Fördermaschinen und diePumpwerke.

Von ersteren befinden sich sechs auf der Ausstellung, von denenvier allein von österreichischen Firmen.

Die Firma Danek & Co. stellt eine grössere Zwillingsförder-maschine für flache Seile mit Stephenson-Coulisse aus, bei welcheralso die Veränderung der Expansion für das An- und Abfahren nurdurch die verschiedene Ueberdeckung erzielt wird. Die Bremse liegtzwischen beiden Seiltrommeln und kann sowohl von Hand als auch mitDampf bewegt werden. Eine zweite, kleinere Maschine derselben Firma,ebenfalls Zwillingsmaschine, ist für runde Seile bestimmt und hat eben-falls Coulissensteuerung; eine dritte (Dampfhaspel) hat nur Hand-steuerung.

Wiener Weltausstellung. II.

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