Druckschrift 
3 (1785)
Entstehung
Seite
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Ueber die Einsamkeit.

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worüber man sich freut. Hic und da höret maneine gute Bemerkung, zuweilen ein herrlichesWort. Man begegnet manchem guten Gesicht,und kommt an manchen verständigen Mann, denman sonst gar nicht kannte. Man nähert sichmancher freundlichen Weiberseele, die man gernesieht, höret, und spricht. Bey guter Launekommt man selbst oft einem Unbekannten oderHalbbekannten mit Geist und Herz zuvor, undfühlet sich hingerissen zu ihm, wenn man auchin seinem Leben nicht fähig ist, ihn an sich zuziehen. Zuweilen hat man vollends das göttlicheVergnügen von seinen Feinden Gutes zu sagen,oder gegen sie sich gut zu betragen.

Aber nur gar zu oft wandelt man aufDornen, bey Vieser Menge angenehmer Empfin-düngen. Welcher gute Mensch ist nicht mannig-faltig mit allen Menschen besser zufrieden, alsmit sich selbst. Mer bewundert nicht die unaus-sprechliche Selbstzufriedenheit, den heitern frohenunbefangenen Muld, den kühnen Tritt die dreisteZudringlichkeit, das gesellige Anhängen, dasunbedachtsame Geschwätz so mancher Tochter

des