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liche Kleinmüthigkeit! Du fürchtest Leiden? Undjetzt fürchtest du sie, nachdem du so viele überwundenhast? Und um welchen Preis wolltest du denn dieherrliche Wissenschaft kaufen, die dir zu Theil wurde?Sind sie nicht deine besten Lehrer in der Weisheit ge-wesen? Und dann, welch ein niedriger Gedanke wärees, das Trübsal zu fürchten, wie ein Mensch ausdem gemeinen Haufen, ohne Erfahrung, Einsicht undMuth es fürchten jwürde. Weißt du nicht, daß duFürst warst? Daß das Blut so vieler Helden in dirfließt, welche keine Furcht kannten? Daß deine Phi-losophie dich lehrte, als König Krone und Zepter ver-achten. Und wer Muth genug hatte, solchen Wider-wärtigkeiten Trotz zu bieten, der sollte sich über dieTräumereien der Kleinmüthigkeit nicht hinwegsetzenkönnen? Komme was da wolle; Miseno handelt,wie er handeln muß, und er wird immer glück,lich seyn.
So sprach er mit sich; dann setzte er singend seineländliche Arbeit fort, als die Traurigkeit, welche ein-sah, daß die Kleinmüthigkeit es aufgegeben hätte,das Herz des Helden zu erobern, jetzt diese Unterneh-mung wagen wollte; und deßhalb sich zu einem neuen,gefahrvollen Angriff anschickte. Und wie, wenn dasMeer der klare Spiegel des heiteren Himmels ist, essich zuweilen ereignet, daß eine schwarze düstere Wolkevom Horizonte anfsteigt, und dahin fliegend auf denFlügeln der Winde, oft einen plötzlichen Platzregen