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Bd. 3, Abt. 2 (1874)
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Gruppe X. Kurzwaaren.

Ausser den Legirungen von Kupfer und Zinn mit geringen Zu-sätzen von Zink, Blei, Eisen etc., ist in Jaj)au ferner eine Verschmelzungvon 1 bis 10 Procent Gold mit reinem Kupfer gebräuchlich; auch wirddort häufig reines Kupfer mit 20 bis 30 Procent Silber legirt.

Die vorzüglichen Leistungen hinsichtlich solcher Legirungen, diegrossen Vollkommenheiten der japanesischen Bronzen in Zellenemailwie in Silbertauschirungen vereint mit den übrigen rülimenswerthenAusführungen bestimmte die Jury der Gruppe X. für das Centralbureaufür das Ausstellungswesen von Japan in Tokio das Ehrendiplom zubeantragen, welches demselben in weiterer Berücksichtigung seinerVerdienste um die Fabrikation von Laclswaaren ebenso verdientermaas-sen geworden ist.

2. Schleiferei und Schnitzerei.

Als Material zu den in diese Abtheilung eingereiheten Schmuck-sachen und Ziergegenständen wird vorzugsweise Elfenbein, Bein, Horn,Schildpatt, Bernstein, Meerschaum und Gagat verwendet.

Ehe wir diese Fabrikate näher besprechen, gestatten wir unseinige Bemerkungen über die einzelnen Rohmaterialien vorauszuschicken.

Das eigentliche Elfenbein liefern nur die Stosszähne der afrikani-schen und indischen Elephanten und auch letzteres kommt nur in ge-ringer Quantität auf den europäischen Markt. In Grossbritannienbetrug in den letzten Jahren das Quantum der durchschnittlichen Jahres-einfuhr ungefähr 1 200 000 Pfund Elfenbein; ausserdem weisen aberauch noch andere europäische Häfen, vorzugsweise Hamburg, namhaftdirecte Einfuhren aus den Erzeugungsländern auf.

Bei Verarbeitung des Elfenbeins unterscheidet man weiches undhartes Elfenbein. Das weiche, -auch todtes oder Milchbein genannt,kommt in schönster Qualität vom Osten Afrikas und eignet sich beson-ders gut zur Anfertigung von glatten polirten Gegenständen; das harte,auch lebendes, transparentes oder Glasbein genannt, kommt ausschliess-lich von der Westküste und wird hauptsächlich für gravirte, geschnitzteund ähnliche Arbeiten verwendet.

In Russland und besonders in Sibirien finden sich, theils unterder Erdoberfläche, theils im ewigen Eise eingeschlossen, die Zähne desMammuths noch immer in grosser Menge, die in Moskau fortwährendgehandelt werden und auch in London an den Markt kommen. Nochim Jahre 1872 wurden in London 34 000 Pfund solcher Zähne ver-kauft. Ein kleiner Theil derselben hatte sich im Eise ganz unversehrterhalten und brachte gleich.hohe Preise wie frische Elephantenzähne.Der bei weitem grössere Theil trug jedoch Spuren des hohen Alters undhatte einen viel geringeren Werth.