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I. Kunstgewerbe.
der eingesandten Erzeugnisse unsere Beachtung. Während die chine-sischen Fabrikate, seien sie aus Metall, Elfenbein, Porzellan oder einemanderen Materiale gefertigt, in Verzierung und Formen durch Ver-zerrungen und Verschnörkelungen das Maass des Schönen oft weitüberschreiten und bei dem Beschauer den Eindruck des mehr Aben-teuerlichen als des Harmonischen hervorbringen, bewundern wir anden japanesischen Kunstproducten einen beinahe classischen Stil, wo-gegen wir wieder eine meisterhafte Technik an den chinesischen wieau den japanesischen Producten anzuerkennen haben.
Der Umstand, dass die Ausbeutung von Eisenerzen anderen Län-dern gegenüber in China und Japan eine aussergewöhnlich geringe istund das Eisen fast ausschliesslich nur als Schmiede- und fast gar nichtals Gussmatcrial verwendet wird, während sich das Kupfer dort ingrosser Menge und von vortrefflicher Qualität findet, macht es leichterklärlich, dass dieses Metall dort in reinem und legirtem ZustandeVerwendung findet, wie nirgends in anderen Ländern und dass dessenVerarbeitung dort einen so hohen Grad von Vollkommenheit erreichthat. Eine ganz eigenthümliche Art von japanesischer Legirung wirdnach Mittheilungen von Professor Lielegg auf folgende mechanischeWeise dargestellt:
Dreissig bis vierzig sehr dünne Platten von Gold, Silber, Kupferund verschiedenen Legirungen werden in einer gewissen Reihenfolgeauf einander gelegt und an den Rändern zusammengelöthet, so dassdas Ganze eine einzige dicke Platte bildet. Nun werden mittelst ver-schiedener conischer drei-, vier-'und sechskantiger pyramidaler AhlenLöcher durchgebohrt, in Folge dessen kegelförmige und pyramidale Ver-tiefungen entstehen, deren Innenseiten wegen der verschiedenen Farbender aufeinander gelegten Platten von concentrisehen. Kreisen, Drei-,Vier- und Sechsecken gebildet erscheinen.
Hierauf wird die in solcher Weise durchbohrte Platte so langeabwechselnd gehämmert und gewalzt, bis dieselbe ganz dünn geworden,die Bohrlöcher verschwunden sind und sich die concentrisehen Figurenunter Beibehaltung ihres Parallelismus verbreitet haben; es entstehthierdurch eine Unzahl vielfach gebrochener, gerader und krummerLinien, welche, wie bei den Damascener Klingen, sich nicht durch-kreuzen, und, schmalen Bändern gleich, durch die verschiedenen Farbender einzelnen Legirungen deutlich von einander abheben, was durcheine nachträgliche Behandlung durch Beizen noch verstärkt werden kann.
Es lässt sich nun leicht vorstellen, wie vielseitig sich so präparirtePlatten, die einen hohen Grad von Biegsamkeit besitzen und die manmit eingetriebenen oder gravirten Figuren versehen und denen mandie verschiedensten Farben und Formen geben kann, verwenden lassen,und wie sehr das Gelingen einer solchen Arbeit Geschicklichkeit, Sorg-falt und grossen Zeitaufwand erfordert.