I. Kunstgewerbe. 617
Mammuthzähne von 150 bis 200 Pfund sind keine Seltenheit.In Russland werden noch heute jyiele Arbeiten daraus gefertigt.
Als Surrogat für die eigentlichen Elephantenzähne sind die Zähnedes Flusspferdes, Walrosses, Narwals und des Pottwals ebenfalls sehrgeschätzt.
Nach Notizen von einem der bedeutendsten deutschen Importhäuservon Elfenbein etc., der Firma.Heinr. A. Meyer in Hamburg, stelltensich im Juli 1873 die Einkaufspreise loco Hamburg:
von Elfenbein von kleinen rissigen, harten
Zähnen.per Pfund ca. Bmk. 0.
von Elfenbein von grossen, gesunden, wei-chen Zähnen .
»
„ 14 bis 15.
von Mammuth, in Originalpartien ....
V
„ 3-50 bis 4-30.
von Flusspferden, gerade, y 2 bis 1 y 2 Pfundschwer.
»
»
„ 2'80 bis 3'30.
von idusspferden, krumme, V 2 bis 6 Pfundschwer.
M
n
„ 2'20 bis 7.
von Walross, unter 1 Pfund schwer . . .
»
„
»
„ 2-40.
von Walross, von 1 bis 6 Pfund schwer .
1)
„
»
„ 2*70 bis 2-80.
von Narwal, unter 1 m lang.
i>
„
»
„ 4. ’
von Narwal, 1 bis 2 m lang.
n
„ 7 bis 12.
von Narwal, 2 m und länger.
»
„ 18. ■
von Pottwal, in Originalpartien.
„
„
„ 1*50 bis 2‘20.
Ausser den Zähnen der erwähnten Säugethiere liefern noch dieFrüchte der südamerikanischen Palme, PhytelcpJias, das sogenannte ve-getabilische Elfenbein; dasselbe kommt seit ca. 25 Jahren unter demNamen „Corozos“ oder „Steinnüsse“ in den Handel und kostet je nachQualität per 100 Pfund von Rmk. 16'50 bis 24. Des kleinen Umfangesund der geringen Festigkeit halber kann dieses Material jedoch nurzu Knöjjfen und kleinen Schmuckgegenständen verwendet werden.
Zu Arbeiten aus Knochen werden in Deutschland hauptsächlichdie Knochen von Ochsen und Kühen und zwar Vorder- und Hinter-bein verwendet. In Frankreich gibt man den Knochen der Pferdeden Vorzug, indem sich dieselben besser bleichen und verarbeitenlassen.
Horn liefert der Kopfschmuck verschiedener Wiederkäuer. Dasbeste kommt vom Rindvieh und zwar liefern die englischen Racenvorherrschend weisses und die ungarischen Racen gemischtes undschwarzes Horn. Die Rüffel der amerikanischen Prärien liefern eintief schwarzes Horn von ausgezeichneter Geschmeidigkeit und Güte.
Das echte Schildpatt, das von den Platten des Rückenschildes derLandschildkröte geliefert und seines hohen Preises wegen vielfach durchgebeiztes Horn ersetzt wird, findet in letzter Zeit zur Fertigung von