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Gruppe VIII. Holz - Industrie.
selben beschäftigten Arbeitern producirte Tenner im Jahre 1871 ausHolz im Werthe von ca. 15000 Rmk. und Garn, Band, Farben, Firnissen etc.im Werthe von ca. 21 000 Rmk. ca. 1000 Gewebe und 1500 Jalou-sien im Werthe von ca. 75 000 Rmk. Die Sauberkeit seiner langenDrähte ist eine unübertreffliche und der Umstand, dass 3 / 10 der Pro-duction auf überseeischen, 6 /io auf ausserdeutschen europäischen Märk-ten abgesetzt werden, mag für die geschmacklose Bemalung verant-wortlich sein, welche auf Jalousien und Tischdecken prangt. Für dieaus langen parallelen mit Garn zusammengeflochtenen Holzdrähten be-stehenden zusammenlegbaren sogenannten Gewebe wäre, wenn einmalFarbe angebracht werden soll, wie dies ja für die Erhaltung der Sauber-keit nöthig sein mag, ein einfacher rhythmischer Wechsel verschiedengefärbter Drähte angezeigt. Ein weiteres Mittel sachgemässen Schmuckeswäre die farbige Betonung des die Drähte zusammenhaltenden Garns.Eine Combination beider Arten von Farbengebung gäbe gewiss erfreu-liche Resultate. Statt dessen werden alle erdenklichen Darstellungenin Oelfarben darauf gemalt; der von unseren Fussteppichen kaum ver-triebene Blumen- und Viehnaturalismus scheint hier eine neue Stättegefunden zu haben.
Unter den österreichischen Holzdrahtfabrikanten ist an ersterStelle Graf Eugen Kinsky zu nennen, der eine sehr reichhaltige Aus-wahl von Holzfabrikaten aus seinen galizischen Besitzungen zur Schaugestellt hatte.
Eine weitere Specialität der Spaltholzindustrie, die Sparterie-waaren, umfasst Kleidungsstücke, Kopfbedeckungen, Matten, Körbeund vielerlei Spielereien, die aus feinen mehr oder minder breitenbuntgefärbten Holzspänen zusammengewoben oder eigentlich geflochtensind. Sie war deutscherseits nicht vertreten, desto mannigfaltiger inder österreichischen Abtheilung durch eine Collectivausstellung böh-mischer Fabrikanten, unter denen Pius Kumpf WittweundJ. J.Hoss-ner, Beide in Schluckenau, sowie J. G. Diebisch in Nixdorf sich vorAnderen auszeichneten.
Deutschland hatte nur gröberes Holzgeflecht zur Ausstellunggesandt: die bekannten Holzspantapeten von Heinrich Freese inHamburg und Spankörbe von C. A. Schneider in Lauter, Sachsen.Mit der von dem Letztgenannten im Jahre 1864 organisirten Span-korbmacherei ist für die arme Bevölkerung des sächsischen Erzgebirgesein neuerer Erwerbszweig geschaffen worden. Zum grossen Theil wirddiese Fabrikation als Hausindustrie betrieben, für welche Schneiderden Absatz vermittelt; in der Fabrik selbst arbeiten etwa 50 Kinderneben 10 erwachsenen Arbeitern. Im Jahre 1871 wurden daselbst