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Bd. 3, Abt. 2 (1874)
Entstehung
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V. Die Erzeugnisse aus gespaltenem Holze etc.

In der Fabrikation der mehr oder minder langen, dünnen, ver-schieden profilirten Stäbchen, die mit Hilfe eigenartiger Hobel ausleicht spaltendem, langfaserigem Holze von Nadelbäumen angefertigtwerden und unter der BezeichnungHolzdraht für verschiedeneindustrielle Zwecke, insbesondere die Zündhölzchenfabrikation und diesogenannte Holzweberei dienen, nahm das Deutsche Reich einen her-vorragenden Platz ein.

Sehr verständig hatte die Passauer Ilolzwaarenfabrik inHals bei Passau die Fortschritte veranschaulicht, welche sie seit derim Jahre 1857 in Bayern zuerst versuchten Herstellung des Holzdrah-tes für Zündhölzchen mit der Maschinenarbeit erzielt hat. Proben derMaschinenhölzer, wie sie gegen das Ende der fünfziger Jahre in loserPackung mit reichlicheni Ausschuss in den Handel gebracht wurden,sodann des gleichmässigeren Fabrikates, welches 1867 in Paris aus-gezeichnet wurde, endlich des neuesten verbesserten, welches nur nocheinen so geringen Bruchtheil Ausschusshölzer enthält, dass das Erzeug-niss der Maschinen nunmehr vollständig mit dem durch mühsamsteHandarbeit erzielten concurriren kann, waren in historischer Reihen-folge aufgestellt. Die seit 1867 eingeführten Verbesserungen der Ma-schinen beruhen in dem Ersatz der älteren, nur für einerlei Länge desDrahtes geeigneten Putzapparate durch verstellbare Putzrahmen, welcheihren Dienst für jede Drahtlänge gleich gut versehen, ferner in der Er-findung eines selbstthätigen Apparates, welcher jede Sorte von Hölzernvon den kurzen oder langen Splittern und den, wenngleich richtiglangen, aber gespaltenen oder zu dünnen Ausschussdrähten reinigt.Diese Verbesserungen haben dahin geführt, dass die Fabrik die Hand-arbeit vollständig aufgeben konnte. Im Jahre 1871 erzeugte sie mitihren von 7 männlichen und 18 weiblichen Arbeitern bedienten, undvon einer Wasserkraft von 11 bis 12 Pferdekraft bewegten 3 Kreis-sägen zum sorgfältigen Ausschneiden der Hölzer, 3 doppelt und 3 ein-fach wirkenden Holzdrahtstossmaschinen mit Windputzvorkelu'uug,13 selbstthätigen Putzrahmen, 5 doppelt und 1 einfach wirkendenGleichlegmas.chinen und mehreren Packungsmaschinen für ca. 40 000 fl.südd. W. Holzdraht, wovon 9 /io nach Frankreich, England, Italien, derSchweiz und Oesterreich ausgeführt wurden. Die Passauer Fabrikist die grösste ihrer Art in Bayern. Eine andere von Bedeutung, die-jenige H. G. Roschers in Riedlhütte bei Grafenau, erzeugt nur etwaden vierten Theil von der Jahresproduetion jener; kleinere Holzdraht-fabriken sind die von M. Buchecker in Zwiesel, dessen Erzeugnissein Wien gleichfalls ausgezeichnet wurden, und von Joh. Schaetz inHohenau, sämmtlich in Bayern.

Die Fabrikation langen Holzdrahtes war durch A. B. Tenn er inEisfeld, Sachsen-Meiningen, glänzend vertreten. Mit einem Wasserradvon 6 Pferdekraft, 20 in der Fabrik und ebenso vielen ausserhalb der-