586 Gruppe VIII. Holz-Industrie.
nover, zeigte ihre Specialität, Eimer und dergleichen nach amerikani-schem System, von denen allein sie im Jahre 1871 75 000 Stück aufden Markt brachte; Wilhelm Hundertmarkt in Eisenach die hölzernenausgepichten Bierkannen, aus denen in der Jenenser Gegend das trübeLichtenhainer Weissbier getrunken wird; J. G. C. Kippner in Ham-burg eine solide Badewanne aus Eichenholz; C. B. Rasch in HamburgHausstandsgefässe; J. II. G. Walkof in Hamburg die Bestandtheileder kleinen Fässchen, welche er in seiner Fabrik von Fischconservenfür eigenen Gebrauch mit Maschinen herstellt.
Einen freundlichen Anblick boten die Binderarbeiten der Schwei-zer. Sauberkeit der Arbeit und schönes weisses Holz ihrer Butten,Kufen und Eimer erinnerten gleich an die reinliche Sennwirthschaft.Die besten waren die Emmenthaler Käsereigeräthschaften von Gebr.Berger in Thal, Bern, recht gut auch die „Milchtauser“ und Melk-eimer von Küfer Manser in Appenzell,-und die Milchgeräthschaftenvon Jacob Eberli in Amden bei Weesen, St. Gallen.
Holzstifte für Schuhmacher hatten Deutschland, Oester-reich-Ungarn und die Schweiz ausgestellt. Eine andere als die be-kannten Methoden, wonach die spitzen Stifte entweder durch Ausho-belung rechtwinklig sich durchkreuzender, spitzwinkeliger Furchen aufder einen Hirnfläche der Holzscheiben und Spaltung dieser in den Rich-tungen der Furchen, oder dadurch hergestellt werden, dass man die*Scheiben in Streifen von der Dicke der Stifte spaltet, die Streifen aufder einen Längenkante zuschärft, dann in Stifte spaltet, war jedochnicht bemerkbar. Nur ein Amerikaner, B. F. Sturtevant in Boston,brachte in dieser Hinsicht Neues mit seinen n Shoe peg JMbonäs forMachines “, spiralisch aufgerollte Bänder von Ahornholz. Diese wer-den — bisweilen im Walde selbst — mit Maschinen aus dem nochgrünen Baum geschnitten, wobei dieser zuerst in flache Scheiben vonder Höhe der Stifte zerlegt, sodann die Scheiben durch einen vomRande her dem Umkreis folgenden Schnitt in ein einziges langes Bandzerschnitten werden, welches in scheibenförmig aufgerolltem Zustandean die Schuhstiftfabriken abgesetzt wird. In letzteren werden dieBänder mittelst Maschinen in Stifte zertheilt und diese der Länge nachdurch eine kleine, an ihrer Spitze trichterförmig verengte Form hin-durchgepresst, wodurch das Holz beträchtlich zusammengedrückt, daherhärter und dauerhafter wird. Es ist dies ein ähnliches System, wiedasjenige, welches in England für die Zubereitung der hölzernen Nägelund Keile befolgt wird, die zur Befestigung der Eisenbahnschienen inden Schienenstühlen und dieser auf den Schwellen dienen.