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V. Die Erzeugnisse aus gespaltenem Holze etc.
unter dem Boden verbinden, ausgeschnitzt mit allerlei lustigen Schnör-keln und Fratzen, deren Wirkung wohl noch durch theilweise Bema-lung und Vergoldung für das dämmerige Lampenlicht gesteigert wor-den. Die Zeiten nun, wo der Böttcher auch bisweilen auf gute Zeich-nung bedacht sein musste, sind vorüber. Vielleicht dass die Eathshäuser,die zu unseren Tagen in den grossen Städten gebaut oder geplant wer-den, und meist ihre unterirdischen Gewölbe zu Jedermanns Erquickungdurch Trank und Speise offen halten sollen, einen belebenden Anstosszu bedeutsamem Schmuck der grossen Fässer geben. In Wien wenig-stens verdankte das einzige Fass, an dem ein Versuch solchen Schmuckeszu sehen war, denselben seiner Bestimmung für den neuen Kathskellerder österreichischen Hauptstadt. Es war ein mehrere Tausend Eimerhaltendes Fass (ein Geschenk des Herrn Josef Pfeifer 1 ), das seineBestimmung durch den eingeschnitzten Spruch verkündete:
Aus Slavonlen mein Holz,
Aus Ungarn mein Wein,
' Doch mein grösster Stolz
Im Wiener Rathskeller zu sein.
Das holzreiche Ungarn, welches dieses grosse Fass und andere,die gleichfalls 1500 bis 2500 Eimer fassten, nach Wien gesandt hatte,war durch 17 Aussteller von Binderarbeiten vertreten, von denenGeorg Gräser in Szäsz-Eegen, Franz Keimer in Szegedin, Leo-pold Wolf in Pest und Adolph Glauber die beste Waare eingesen-det hatten.
Etwas weniger zahlreich hatte Oesterreich selbst die Ausstellungbeschickt. Sehr saubere Arbeiten wurden von der Wiener Fass-binder-Genossenschaft in einer Collectivausstellung vorgeführt, ander Carl Ilaase, Job. Kersch, Joh. Ivreischek, Wenzel Girsa,Georg Menich und Alois Sedlak hervorragend betheiligt waren,jedoch meistens nur mit kleineren Arbeiten für die Milchwirthschaftund den Hausstand. Mathias Bauer zeigte brauchbare Fässer ausgesägten Dauben. Ausserdem war nur noch Oesterreichisch - Schlesiendurch einige Aussteller und Krain durch einen vertreten.
Noch unvollkommener war die Vertretung des Deutschen Reiches,im Ganzen durch 12 Aussteller von Böttcherwaaren. Die Strassburger F.Andre und Henri Easp zeigten die bekannten praktischen Kübel fürOrangeriegewächse, ein dritter Keichsländer, Gebr. Frübinsholz inSchiltigheim, solide Kufen und Fässer im elsässischen Bauernhaus, Dieübrigen Aussteller hatten kleinere Böttcherwaaren für den Hausstand ge-bracht: die bedeutende Fabrik von Francke & Pauli in Münden, Han-
x ) Da derselbe Mitglied der Jury, waren die von ihm ausgestelltenBöttcherwaaren ausser Preisbewerbung. J. B.