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Gruppe VIII. Holz-Industrie.
liegt in dem farbenprächtigen . Schimmer, der über diese zierlichenSchnitzeleien ausgegossen ist.
Unter den zahllosen Laubsägearbeiten, die in den übrigenMöbelausstellungen, besonders derjenigen Oesterreichs, wimmelten undim Schoosse der „nationalen Hausindustrie“ die ihnen anderswo ver-sagte Anerkennung ernteten, konnten wir nicht ein einziges nennens-werthes Stück entdecken. Nur Japan bot eine taugliche Arbeit in die-ser Technik: eine durchbrochene grosse Platte aus Cedernholz, die denNamen des Goto Szenoski in Tokio trug. Augenscheinlich bestimmt,als ein das Durchstreichen der frischen Luft gestattender Einsatzüber einer Thür oder in einem Fenster verwandt zu werden, warsie in der Weise durchbrochen, dass in japanischer Art meisterlichgezeichnete Silhouetten von Bambusen und Cedernästen herausgesägtwaren.
Von einer bei uns unerhörten Schreinertechuik der Japanerzeugten vierundzwanzig parallelepipedische etwa 12 cm lange und5cm breite hölzerne Büchsen des schongenannten Massuda Boks’ai,welche so gearbeitet waren, dass man bei jeder den über einen hohenFalz überfassenden Deckel beliebig versetzen konnte, und ihn auf denübrigen drei Seiten ebenso genau passend fand, wie auf derjenigen, wodie Zeichnung des Holzes von der Büchse auf den- Deckel sich fort-setzte. Freilich waren dies Kunststücke ohne unmittelbaren Werth,aber sie fielen keineswegs aus den Grenzen der an den anderen natio-nalen Arbeiten der Japaner sichtbaren Holztechnik heraus. Auf dieunvergleichliche Vorzüglichkeit des Holzes der japanischen Cederkönnen wir Europäer uns bei diesem Beispiel nicht hinausreden, daebenso viele Holzarten verarbeitet wie Büchsen vorhanden waren.Auch grössere Arbeiten aus verschiedenen, in Europa unbekanntenHölzern, insonderheit kleine tragbare Küchen, selbst das Kinderspiel-zeug zeugten von ähnlicher unvergleichlich sauberer Behandlung desHolzes. Sollten die Japaner etwa uns unbekannte Methoden desTrocknens und Dünstens der Hölzer besitzen? Es würde sich derMühe lohnen, diesem nachzuforschen.
Vielfache Verwendung als Schnitzstoff zu feinerem, häuslichenGerätli hatte auch das Bambusrohr gefunden. Man sah dasselbe ingrossen Stücken von der Dicke eines Mannesschenkels, die auf demflach abgeschnittenen knorrig verdickten Wurzelende standen und,etwa zwei bis drei Knoten hoch, ihre durch einen seitlichen Abschnittgeöffnete Höhlung zeigten. In dieser. Gestalt dienen sie zum Axrf-stellen frischer Blumen, die man aus der Höhlung hervorwachsen lässtund in der flachen Vertiefung, welche die oberste Knotenwand bildet,anordnet. Die einfachsten waren schmucklos, feinere mit flüchtigenGoldlackmalereien, die kostbarsten mit dickaufgetragenem Lackrelief,Ranken, Schnecken, fliegenden Vögeln, geschmückt. Ferner gab es