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Bd. 3, Abt. 2 (1874)
Entstehung
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I. Die Erzeugnisse der Möbeltischlerei etc.

Die Etageren Yamamoto Yaszbeis bestanden aus gelblich brau-nem, mit feinem, durchsichtigem Laek überzogenen Holze, in welchesauf allen grösseren Flächen geometrische Muster aus naturfarbenenHölzern eingelegt waren. Ein bräunlicher Lack überzieht auch dieseEinlagen und stimmt dieselben aufs Beste zu dem Ton des Ganzen.Die Vertheilung der Einlagen über die Fläche ist eine willkürliche,aller Symmetrie und gleichmässigen Raumaustheilung zuwider laufende.Die Einlagen selbst, von denen kleiiie Proben ausgestellt waren, ent-halten aber vortreffliche Muster (davon manche für unsere Parquettedienen könnten) und sind mit erstaunlicher Präcision ausgeführt. Ob sienach Art der Stiftmosaiken aus Bombay (m. s. S. 538) hergestellt wer-den, konnten wir nicht erfahren, doch hatte dies den Anschein.

Von feinerer Art waren die Einlagen einiger kleinen Geräthe, dieunter dem Namen des Nishimura Savitschiro in Tokio ausgestelltwaren. Darunter besonders hübsch ein hölzernes Schreibzeug, derForm nach schon europäisch beeinflusst, mit Einlagen, welche Bambus-äste und fliegende Fledermäuse darstellen; die Zeichnung sticht nurwenig vom Grunde ab, ist aber sehr gut wiedergegeben, nicht durcheingelegtes Fournier, sondern durch Ausfüllung eingeschnittener Ver-tiefungen mit andersfarbenen Holzstückchen.

Diese von der in Europa vorherrschenden Art unterschiedlicheIntarsia-Technik scheint überhaupt die im östlichen Asien ausschliesslichgepflegte zu sein. Wir sind ihr bereits in Cochinchina und an mehre-ren Gegenständen der chinesischen Abtheilung begegnet. In Japanfanden wii; sie noch in grösserem Maassstabe an einem für die Dimen-sionen der dortigen Möbel sehr grossen hölzernen Setzschirm, dessen Vorderseite geschnitzt, dessen Rückseite mit einer roth durch Wolkenscheinenden grossen Sonne und fliegenden kleinen Vögeln in Lebens-grösse, diese aus Perlmutter eingelegt und geschnitzt, verziert war.Ihren höchsten Triumph aber feierte sie an gewissen flachen Elfenbein-büchsen von der Form europäischer Visitenkartenetuis, doch im Innernmit zwei Fächern. Diese kleinen Wunderwerke der Reliefintarsia,zwei, oder drei an der Zahl, übertrafen an Sauberkeit der Technik undfarbigem Schmelz Alles, was irgend sonst in Wien in dieser Art zusehen war. Aus Perlmutterstückchen in allen Farben, aus Schildpatt,gefärbtem Elfenbein, Korallen und anderen harten, eine glänzendePolitur annehmenden Stoffen war in das Elfenbein eine Darstellungeingelegt, bald von hohem Bambusgebüsch, z'wischen dem Reiher stol-ziren, bald eines Baumes, an dessen Aesten ein mit den schönstenBlumen gefüllter feingeflochtener Korb mit seidenen Schnüren aufge-hängt ist. Jedes noch so kleine eingelegte Stückchen war mit mikro-skopischer Feinheit geschnitzt, an den Blumen des Chrysanthemum er-kennt man jedes einzelne der röhrigen Blättchen, in anderen Bliithenkann man Stempel und Staubfäden zählen. Der höchste Reiz aber