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Bd. 3, Abt. 2 (1874)
Entstehung
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Gruppe VIII. Holz-Industrie.

Mari'so in Tokio zur Ausstellung gesandt hatte. Unter Anderem sahman einen mit Schnitzwerk verzierten Toilettentisch nach europäischerBauart aus dem Holze der Planem. Die Bückwand desselben bestandaus einer geschnitzten Darstellung des Vnlcanes Fusiyama, dessensteiler schneebedeckter Gipfel uns in den Bildern der japanischen Land-schaftsmaler, in den Bronzen und Lackmalereien, ja auf den Seiden-stoffen der Japaner so häufig begegnet; seine Bedeutung als nationalerWallfahrtsberg, als heiliges Wahrzeichen der Schiffer hatte ihn hiernicht davor schützen können, zum Träger von allerlei Consölchen fürdas Toilettengeräth einer europäischen Schönen in plumper Weise miss-braucht zu werden.

Gleichfalls für europäischen Bedarf bestimmt waren die vom De-partement Ashigara ausgestellten, völlig schmucklosen Kisten, Commo-den und Schränke aus Kampferholz, dessen erfrischender Geruch sichden in solchen Möbeln bewahrten Zeugen mittheilt und dieselben vordem Mottenfrass schützt.

Auch bei den mit Metallbeschlägen wohlverzierten Commodenaus dem Holz der Paulownia imperiaMs, welche Massuda Boksaiin Tokio ausstellte, konnte man sich des Eindruckes nicht erwehren,hier seien, allerdings mit gefälliger Uebersetzung der Beschläge in diejapanische Formensprache, die stark beschlagenen Koffer englischerMatrosen nachgeahmt worden.

Völlig auf nationalem Boden stand Yamamoto Yaszbei aus demDepartement Schidrouska mit einer ganzen Reihe zum Theil sehr um-fangreicher Etageren, die sämmtlich mit Marqueterie verziert waren.Die Form derselben war die bekannte der niederen japanischen Eta-geren, deren Eigenthümlichkeit darin beruht, dass ein r Theil der .tra-genden Börter nur halb oder ein Drittel so gross sind, wie das durchdie vier Eckpfosten der Etagere bestimmte Rechteck. Die nicht aufdiese Eckpfosten gestützten Ecken jener kleineren Börter werdenin wagerechter Lage durch Säulchen oder Bretter erhalten, die baldauf dem nächstunteren Bord fassen, bald vor dem nächstoberen herab-hängen. Diese Anordnung gestattet eine sehr mannigfaltige Verthei-lung und Gruppirung des Geräthes auf den japanischen Etageren.Vergegenwärtigt man sich nun noch, dass die Zwischenräume derdurchlaufenden wie der getheilten Börter bald Schubladen enthalten,bald offen sind, bald durch Thürchen oder Klappen oder Gitter ge-schlossen, so erhält man ein Möbel, dessen Gesammterseheinung eingewisser pittoresker Reiz nicht abzusprechen ist. Wahrscheinlich aberist, uns nur vorläufig noch nicht nachweisbar, dieser bizarre Aufbaunicht rein von der Willkür eingegeben, sondern einestheils von tech-nischen Rücksichten, anderentheils aus dem Bedürfniss hervorgegangen,das in der japanichen Wohnstube benöthigte Geräth auf handlicheWeise für die auf dem Boden sitzenden Bewohner unterzubringen.