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I. Die Erzeugnisse der Möbeltischlerei etc.
arbeitet war — eben auch eine Wirkung der europäischen Möbelform —zeigten sich schon in Wien Risse und Sprünge, welche wieder die Ein-lagen zu lockern drohten.
Eine weite bedeutendere Vorstellung von dem Leistungsvermögender chinesischen Holzschnitzer gewährte aber ein als alte Arbeit ohneNamen eines Fabrikanten ausgestelltes Stück. Aus hartem, braunemHolze war eine Scheidewand zweier durch eine Thür verbundenerRäume ganz durchbrochen geschnitzt: ein Spalier, an dem der chine-sische Flaschenkürbis — derselbe, dem wir auch an Email-Cloisonne-Vasen viel begegneten und der einer gewissen Gefässform Chinas undJapans zu Grunde liegt — emporgeklettert ist, um es dicht mit seinemLaubwerk zu verkleiden, zwischen dem die einer grossen, in der Mitteeingeschnürten Birne vergleichbaren Früchte hangen.
Als in technischer Hinsicht beachtenswerth sind hier auch gewissekleine Kasten und cylinderförmige Gefässe zu erwähnen, deren Technikderjenigen der Ningpo-Möbel verwandt ist und uns in der japani-schen Abtheilung in unübertrefflicher Vollendung wieder begegnenwird. Sie bestehen aus einem dem Eben- oder Trac-IIolze ähnlichenfesten, schweren Holze, in. welches erhabene und geschnitzte StückeMalachit, Horn, Schildpatt, Korallen, Bernstein, Perlmutter und anderefarbige Naturstoffe, denen wohl gelegentlich durch Beizung oder far-bige Folien nachgeholfen wird, nur oberflächlich eingelegt und einge-kittet sind. Ornamente fanden wir auf diese Weise nicht dargestellt,meist Hühner oder andere Vögel neben Sträuchern und Blumen aufeiner Andeutung von Erdboden oder Fels. Auch diese Stücke warennicht unter denen, welche Namen von Verfertigern trugen.
Wenngleich die Holzarbeiten Japans nicht wetteifern konntenmit der Pracht seiner Metall- und Lackarbeiten, boten sie dennochmanches Stück von lehrreicher Bedeutung. Höchste Sauberkeit derTechnik zeichnete Alles aus, was nicht schon von Weitem durch denHabitus jener Zwitterbildungen ostasiatischer und europäischer Formenauffiel, die in der chinesischen Abtheilung in so widerwärtiger Fülleprangten. Was Japan in dieser Richtung bot, zeigte zur Genüge,dass mit der unverfälscht nationalen Inspiration dem japanischenKunsthandwerker auch die Befähigung schwindet, dem Erzeugniss sei-ner Hände den Stempel jener naiven Hingebung an die Arbeit aufzu-prägen, wodurch in der Regel auch dem alltäglichen Geräth der Ja-paner Reize verliehen werden, deren unsere eigenen Erzeugnisse ähn-licher Art sich nicht rühmen können. Der entnervende Einfluss deseuropäischen Marktes, welcher die eigenthümlichen Schönheiten deraltberühmten Porcellanmanufacturen Japans schon zu seltenen Er-scheinungen macht, und die Lackmanufactur zu durchseuchen beginnt,zeigte sich in der Holzindustrie an einer Anzahl von Möbeln, welche