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Bd. 3, Abt. 2 (1874)
Entstehung
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Gruppe VIII. Holz-Industrie.

gedrechselten, senkrecht, quer und in der Diagonale verbundenen Holz-stäbchen zusammengesetzt ist und wie als luftiger Verschluss vonMauerlöchern so überall an Möbeln angewendet werden kann, wo esgilt, ein structiv indifferentes Feld anders als mit einer massiven oderdurchbrochenen Platte auszufüllen. Ganz besonders eignet sich diesesarabische Stäbchengitterwerk zu gefälliger Füllung der Zwischenräumezwischen den Sparren eines Sitzmöbels, wie. denn auch Par vis dies mitgutem Erfolg an einem Sopha versucht hatte. Das andere Motiv be-steht in der Auflösung einer grösseren Holzplatte in eine Anzahl kleinermit Feder und Nuthe untereinander verbundener rauten- oder T- oderL-förmiger Stücke, von denen jedes mit mehreren gleich oder andersgeformten zusammen zu einem kleinen Rahmen sich fügt, selbst aberwieder als Füllung eines anderen aus eben solchen Stücken gebildetenRahmens erscheint. Waltet bei der Zusammensetzung solcher Stückeein feiner Geschmack auch in der Wahl verschiedenfarbiger Hölzer, solässt sich damit Reizvolles erzielen. Parvis zeigte unter Anderem einigeschöne Thürfüllungen, an denen Nussbaum-, Ebenholz und Elfenbeinzu gefälligstem Ganzen vereinigt waren. Wie jenes Stäbchenwerkkörnte auch dieses' von dem bei uns üblichen Rahmensj r stem, welchesstets Rahmen und Füllung im Gegensatz zeigt, grundsätzlich ab-weichende Rahmenwerk eine werthvolle Bereicherung der Motive werden,über welche unsere Schreiner, ohne dass sie der Mitwirkung desBildhauers bedürften, zu reicherer Ausstattung ihrer Kastenmöbel ver-fügen.

Das erwähnte gedrechselte Gitterwerk war auch sonst in der ägyp-tischen und türkischen Abtheilung einzeln zu bemerken, doch ohnedass die Namen von Verfertigern genannt wären. Eine sehr schöneVerwendung an Fenstern hatte es bei dem Palast des Vicekönigs vonAegypten gefunden.

Die Türkei war im Generalkatalog der achten Gruppe mit nichtweniger als 283 Ausstellern vertreten. Von diesen hatten viele wohlnur einige Löffel, ein PaarGalendjen (Sockelschuhe für das Bad), eineFlasche oder eine Schaufel eingesandt. Aber auch der kleinere Theilderselben, der hier zu besprechen wäre, konnte bei der gründlichenUnordnung, weiche diese Abtheilung auszeichnete, nur in seinen augen-fälligsten Stücken gewürdigt werden. Im Allgemeinen gilt hier dasselbe,was von den chinesischen und japanischen Arbeiten: umso unbefangenerdie Handwerker in ihrer heimischen Ueberlieferung und Kunstanschauungverharren, desto Schöneres leisten sie; sobald sie europäischen FormenRaum geben, geräth ihr naiver Geschmack ins Schwanken, bilden sienur noch hässliche Zwitterdinge, welche einen verderblichen Rückschlagauf ihre Verfertiger schon unmittelbar durch Verkümmerung und Ver-flüchtigung der vordem von ihnen sicher beherrschten Technik äussern.