Section III. Waffen, mit Ausnahme der Kriegswaffen. 325
z. B. die Vollkommenheit englischer Arbeiten nicht erreicht ward, dochwar das Ausgestellte gut und schön. Wir nennen nur das berühmteMaison Lefaucheux in Paris und A. Brun ebenda.
Italien. Wenngleich auf der Ausstellung sich von diesem Landeeine Anzahl Aussteller mit Schusswaffen befanden, so dürften wir eshier doch nicht mit einer ausgedehnteren Fabrikation zu thun haben,sondern vielmehr mit den Arbeiten einzelner talentvoller Büchsen-macher oder Liebhaber. Es waren darunter sehr tüchtige Leistungen,einige neue Erfindungen am Schlossmechanismus z. B. von AlfonsoIzzo in Neapel, und besonders eine Zusammenstellung sämmtlicherSysteme von Hinterladern, welche alle Beachtung verdienten.
Die Schweiz hatte nur Weniges an Waffen ausgestellt. Beson-deres Interesse erregten die Arbeiten der von Steiger’schen Gewehr-fabrik in Thun, zum Theil aus Phosphorbronze, welche von Oberstvon Erlach in Aarau ausgestellt waren. Ausserdem hatte die Fabriknoch eine Anzahl sehr schön gearbeiteter Repetirgewehre gebracht.Rud. Schmidt in Bern war mit den bekannten Schweizer Cadetten-gewehren erschienen.
Norwegen und Schweden. Die reichen und zum Theil sehrinstructiven Collectionen von Schusswaffen, deren Theilen und Roh-materialien, welche von dem Königlich Schwedischen Kriegs-ministerium ausgestellt waren, gehören zwar in Gruppe XVI., dochwollen wir hier wenigstens darauf aufmerksam machen. Ausserdemwar noch Einiges in Jagdgewehren von dem Norwegischen Jäger-und Fischer verein in Christiania ausgestellt.
Belgien. Die so gut entwickelte belgische Waffenindustrie warauf der Ausstellung nur durch die Firma Gebr. Bayet in Lüttichvertreten. Die sehr reichhaltige Collection enthielt alle möglichenArten von Schusswaffen von der gewöhnlichsten billigen Marktwaarebis zu sehr solid und elegant gearbeiteten Luxusgewehren. Von be-sonderem Interesse waren die vortrefflichen, damascirten Läufe, derenmühsame, umständliche Herstellung anderer Orten nicht in so voll-kommener Weise gelingt.
Deutschland. Die deutsche Ausstellung von Schusswaffen hattedie Ehre gehabt in der Rotunde, resp. der nördlichen, dieselbe um-gehenden Halbgallerie in prachtvollen Schränken aufgestellt zu werdenund wurde dadurch eine Art Collectivausstellung. Die Beurtheilungder verschiedenen Fabrikate wurde dadurch erleichtert und mankonnte bemerken, wie sich sowohl recht Gutes als auch Mittelmässigeseingefunden hatte. Es bestätigte sich hier die alte Erfahrung, dassviele Fabrikanten bisher nur zu geneigt gewesen sind, dem Käufer' in