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Bd. 3, Abt. 2 (1874)
Entstehung
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207
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Section IV. Militairisclies Erzielnmgs- 11 . Unterrichtswesen. 207

lichem Wettkampfe die Leistungsfähigkeit der Staaten zu prüfen undzu messen.

Hier sollte das Wehrwesen nicht mehr lediglich bezeugen, welcheFörderung durch seinen Bedarf Industrie, Handel und Wissenschafterlangt hätten, sondern hier sollte es sich selbst darlegen in seinerEigenartigkeit und bekunden , in welcher Weise es die Ziele zu errei-chen sucht, die ihm gesetzt sind.

Das Wehrwesen auf nationaler Grundlage, als diejenigeInstitution, welche dem modernen Culturstaate am besten entspricht,ist von verhältnissmiissig junger Entwickelung. Es kann nicht aus-bleiben, dass jetzt, da alle Nationen demselben Ideale nachstreben, sichalsein einig Volk in Waffen heranzubilden, rüstig gearbeitetund manches Neue und Gute geschaffen werden wird. Und die Dingeselbst, um welche es sich handelt, sind wahrlich ansehnlich genug, eineeigene Stelle beanspruchen zu können an den Orten, wo von mensch-lichem Schaffen und Wirken Zeugniss abgelegt werden soll. Fliessendoch allein jährlich durch das Wehrgebiet der sechs europäischen Gross-staaten über 2325 Millionen Reichsmark, durchschnittlich über ein Vier-theil sämmtlicher Ausgaben (26'93 Proc.); gehorchen in diesen Landendoch an G Millionen streitbarer Männer mit über 1 Million Pferden und11 000 Geschützen dem militairischen Befehle und sind doch 1300 Kriegs-schiffe zu 260 000 Pferdekraft mit 11000 Kanonen und 200 000 See-leuten bemannt, bereit, für die Ehre ihrer Flaggen auf den Wogen desOceans einzutreten.

Da möchte es wahrlich nicht überflüssig sein, zu schauen, zu ver-gleichen und zu prüfen, um das Beste zu finden für so gewaltige An-forderungen, um das kostbare Capital, welches der Staat seinem Heer-wesen anvertraut, möglichst rationell bewirthschaften zu lernen. Undwie viel ist überhaupt nicht noch zu thun und zu schaffen, um demIdeale näher zu treten, welches heute dem Begriffe der Wehrhaftig-keit entspricht! Ist der grosse, geniale Gedanke einmal That gewor-den, dass das Volk, selbst einzutreten habe, um seine heiligsten Inter-essen, seine Existenz zu schützen, so wird sich die Consequenz des-selbenauph weiter und weiter Bahn brechen. Nicht mit der Waffeallein wird der Wehrhaftigkeit Genüge geleistet, auch die Millionenvon Staatsbürgern, die nicht zum Schwerte zu greifen berufen sind,werden derselben Pflicht, nur in anderer Weise, zu entsprechen haben.

Jeder. Tlieil des grossen Staatskörpers muss in seinerArt wehrhaft gemacht, der Wehrhaftigkeit angereihet wer-den. Je genauer imd inniger derartige Organisationen mit den allge-meinen staatlichen Einrichtungen verknüpft sind, um desto mehr wer-den sie in den Zeiten des Gebrauches ihrem Zwecke entsprechen. DieAnfänge zu solchen Institutionen liegen bereits vor: die Post, die Tel e-