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Bd. 3, Abt. 2 (1874)
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140
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140 Gruppe XVI. Heereswesen.

III. Transportwagen für Kranke und Verwundete.

Die reiche Zahl der ausgestellten Fahrzeuge dieser Gattung fes-selte in hohem Grade die Betrachtnahme; denn sämmtlieh gaben sievon dem Bestreben Zeugniss, nach Möglichkeit allen zu stellendenForderungen, sanitären, technischen und militairischen, gerecht zu wer-den. Wenn auch der Wunsch, in allen europäischen Armeen nurBlessirtenwagen eines Modells zu besitzen, schwerlich in Erfüllunggehen wird, so scheint doch wenigstens dieFrage, ob feste Lagerungoder Suspension, endgiltig zu Gunsten der letzteren sich entschiedenzu haben, da durch sie das belästigende Stossen der Wagen beseitigtwird. Auch die Lösung einer anderen wichtigen Frage, wie vielKranke auf einem Wagen unterzubringen, ist durch die Ausstellungwesentlich gefördert worden, wenigstens hat dasPrincip, mit geringstemAufwande an Kraft möglichst viel Verwundete in erster Linie fort-zuschaffen, allseitige Anerkennung gefunden. So zeigen denn, währendman früher auf den gleichzeitigen Transport von zwei, höchstens vonvier Schwerverletzten sich beschränken zu müssen glaubte, die neuerenWagenmodelle etagenartige Einrichtungen für Unterbringung von 6bis 8 Liegenden resp. Sitzenden.

Der Hochbau widerstrebt wohl den Bedingungen für gute Con-struction der Fuhrwerke, doch würde sich ein solches mit zwei Etagennoch vollkommen feldtüchtig herrichten lassen.

Unter den reglementaren Fahrzeugen war die feste Lagerungausgesprochen, indem von dem deutschen Heerwesen (Reichs-kriegsministerium) eingesendeten Transportwagen für zwei lie-gende Verwundete und dem spanischen Ambulancewagen, einemzweiräderigen, einspännigen, stark schwankenden, daher nicht geradebequemen, ebenfalls für zwei Liegende bemessenen Karren.

Der vom bayerischen Landeshilfsverein eingesendete, vomWagenbauer Finsterle (Wien) mit Benutzung des von dem Re-gimentsarzte Dr. Mühlwenzl angegebenen Modells gebaute Wagen,welcher dem gleichen Principe huldigt, führt auf dem reglementarenösterreichischen Rädergestell eine Platte mit vier eisenblechenen zwei-mal gebrochenen Tragen (triclinum mobile). Die unvermeidliche Um-lagerung der Verwundeten, seine metallenen, dem Verrosten ausgesetztenBahren und der zur Befestigung derselben nothwendige Stiftapparatmachen dieses Fahrzeug für einen Feldambulancewagen nicht rechtgeeignet.

Drei in mancherlei Beziehung interessante kleine Modelle, beidenen ebenfalls feststehende Tragen, zum Theil über einander befestigt,in Verwendung kommen sollen, stammten von Hirschberg (Mün-chen) , vom Rittergutsbesitzer v. Hoenika (Herzogswalde beiGrottkau