Ahavakt
124 Gruppe XYI. Heereswesen.
hat eine so lohe Bauart, dass er mit Geschwindigkeit, unabhän-gig vom Hinter wagen, den Unebenheiten des Bodens folgt.An ihm befindet sich eine selbstthätige Bremsvorrichtung,so eingerichtet, dass der Druck der Bremsklötze auf die eisernen Räderdurch das Zurückhalten der Pferde bewirkt wird, und zwar in um sohöherem Grade, je steiler die Neigung ist. Durch diese Einrichtungwerden die Pferde heim Andrange des Wagens wenig beschwert. DieBremsvorrichtung kann aber auch durch einen einfachen Handgriffausser Thätigkeit gesetzt werden. Nächstdem sind an den Fahrzeugennoch mehrere kleinere Neuerungen angebracht, die wesentlich dazudienen sollen, den Pferden mehr Zugfreiheit zu verschaffen.
Sämmtliche Wagen sind mit drei Pferden nebeneinanderbespannt, welche unberitten, vom Bocke aus, gelenkt werden. DieBrückenböcke und Balken haben ebenfalls kleinere vortheilhafte Ab-änderungen erfahren.
Die Kriegsbrückenequipage zählt: 8 Vorderpontonwagen, 8 Mittel-pontonwagen, 2 Bockwagen, 8 Balkenwagen, 2 Requisitenwagen, 2 Ge-päck- und Küchenwagen, 1 Effectenwagen, 1 Pionierwagen, 1 Feld-hospitalswagen, 3 Futterwagen mit 103 Personen und 126 Pferden.Durch ihn kann eine Brücke mittelst Pontons auf 198 Fuss (58'79 m)Länge und 10 Fuss (2'97 m) Breite, und auf Pontons und Böcken von264 Fuss (78'38m) Länge geschlagen werden.
Die Norrmann’schen Fuhrwerksconstructionen verdienen sicher-lich die volle Beachtung der Sachverständigen. Fahrversuche, die mitdem Pontonwagen auf Veranlassung der österreichischen Militär-behörden bei Kloster-Neuburg stattfanden, sollen recht befriedigendeResultate ergeben haben.
Das Fortificationsdepartement hatte ferner einen Infante-rie-Pionierwagen ausgestellt (Constructeur: Oberstlieutenant K1 i n -genstierna). Ausser dem nothwendigen Schanzzeuge führt das Fahr-zeug noch das Material, um kleinere Brückenstege, Fähren etc. hersteilenzu können. Es ist in Eisen ausgeführt, gleicht im Uebrigen demgewöhnlichen Bagagewagen, mit dem Unterschiede, dass es in Stelledes Wagenkastens ein kleines eisernes Ponton führt. Dieses Pontonbesteht aus zwei Theilen, einem vorderen l'34m und einem hinte-ren 2'38 m langen. In dem vorderen Ponton lagern in zwei Kästchen,die zugleich den Sitz des Kutschers bilden, die kleineren Werkzeuge,in dem hinteren werden die grösseren Geräthe und sechs Leiterpläne(2'97m lange und 0'40 m breite Brückenbalken) untergebracht,welche so construirt sind, dass 2 und 2 mittelst eiserner Haken schnellzu einem 5 - 94 m langen, 10 bis 12 Mann tragenden Brückenstegezusammen gefügt werden können. Zu dem Wagen gehören 1 Kut-scher, 3 Pferde, 8 Bedienungsleute. Jedes Infanterieregiment (zu zweiBataillonen) hat zwei solcher Wagen mit Schanzzeugstücken für 300