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Gruppe XVI. Heereswesen.
gen, Lanzenspitzen liebst Schuhen, Serezanersäbel wie sie für dieDonaufürstentliümer geliefert worden, mit sonderbar gebogenen hölzer-nen Griffen und Klingen. Der Fortschritt der Fabrik ist auf diesemGebiete um so bemerkenswerther als Oesterreich noch vor Kurzem dengrössten Theil derartiger Waffen aus Solingen bezog. Bei dem aus-gezeichneten Rohmaterial, welches die Steiermark producirt, bei dendort noch immer verhältnissmässig billigen Arbeitslohnsätzen kann esnicht ausbleiben, dass auch dieser Industriezweig daselbst, nachdem ihmeinmal Bahn gebrochen worden, bald erhebliche Bedeutung erlangen wird.
Russland. In geschmackvoll zu einer Wandgruppe der Ilaupt-gallerie zusammengefügten blanken Waffen und Gewehrläufen gab dieWaffenmanufactur von Zlatooust ein Zeugniss von ihrer hohenLeistungsfähigkeit. Die Klingen, an Probemässigkeit und Arbeit denbesten gleichkommend, stellten sich doch wohl im Preise höher als z. B.deutsches gleich gutes Fabrikat.
Das Zlatoouster Etablissement, dem Staate zugehörig, wurdezu Anfang des Jahrhunderts gegründet und mit Handwerkern besetzt,die man aus Solingen kommen liess; es versorgt jetzt die ganze rus-sische Armee mit blanken Waffen und fabricirt deren jährlich an40 000 Stück.
Aus den Reihen der Privatindustriellen verdient Erwähnung dieWaffenfabrik der Brüder W. & G. Schaff zu Petersburg. IhreErzeugnisse: Degen, Säbel, Fleurets, theils Officier- theils Luxuswaffen,zeichneten sich durch saubere Arbeit, schölle Formen und reiche Ver-goldung aus. Eine Klinge besonders, mit dem Namenszuge Sr. Maj.des deutschen Kaisers, Königs von Preussen und dem Wahlspruche„Gott mit uns“ in Gold und Perlen kunstvoll geziert, bekundete einevorzügliche Technik.
Spanien. Die Tüchtigkeit der mittelalterlichen spanischen Waffenund Rüstungen hat es vermocht, in manchem kräftigen Nachklange denWechsel der Zeiten zu überdauern, und in den trefflichen Arbeitenspanischer Gold- und Zeugschmiede blicken noch heute die so anspre-chenden Motive maurischer Kunst hindurch.
Von allem diesem gab die Ausstellung erfreuliche Beläge.
Ihrem militairischen Werth© nach rangirten in erster Linie dieblanken Waffen der Fabrica de Armas von Toledo. Von den sorenommirten Toledoklingen war ein ganzes Sortiment- vorhanden, inwelchem gleichzeitig die verschiedenen Stadien ihrer Herstellung zurDarlegung kamen. Zwei Stahllamellen werden hierbei mit einem Eisen-kerne wiederholt zu einem innigen Metallgefüge zusammengeschweisstund gehämmert und dann die Klinge aus diesem, lediglich durch sorg-fältiges Ausarbeiten in Gesenken, ohne Abschleifen anzuwenden, er-