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Bd. 3, Abt. 2 (1874)
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Gruppe XVI. Heereswesen.

Es dürfte aber vielleicht für solche Fälle die Verwendung desSeitengewehres (Faschinenmessers) ausreichend, und daher die Mehr-belastung des Soldaten durch ein an sich unvollkommenes Werkzeugnicht zu empfehlen sein.

Frankreich hatte an blanken Waffen nichts Bemerkenswertheseingesendet.

England bot ebenfalls wenig aus diesem Gebiete. Selbst die gross-artigen Staatsetablissements zu Engfield, über/deren musterhaftenBetrieb und deren gediegene Leistungen in der Pariser Ausstellung sogenauer, das abseitigste Interesse beanspruchender Aufschluss gegebenwar, wurden mit ihren Producten in Wien vergeblich gesucht.

In der von Major Leveson zusammengefügten Collectivausstellungfand sich auch das nach Lord Elchos Angaben construirte, für dasHenry-Martini-Ordonnanzgewehr adoptirte Ilaubajonnet vor, dessen Rück-seite mit scharfen doppelten Sägezähnen versehen ist. Ob dieser Ein-richtung, die auch anderwärts versucht, aber wieder aufgegeben worden,besonderer Werth beizulegen, möchte dahinzustellen sein.

Italien. Aus der so reichhaltigen vom königl. Krie gs ministe-rium eingesendeten Sammlung verdienen die in der Waffenfabrik zuTurin angefertigten Seitengewehre und Bajonnete hervorgehoben zuwerden.

Die Haubajonnete des neuen Vetterli-Einladers (Modell 1870), mitwelchem die Infanterie bewaffnet werden soll, können, um das Vorder-gewicht des Gewehres zu mindern, auch umgekehrt befestigt werden.Selbst der neue Cavaileriecarabiner ist mit einem Bajonnet versehenund soll der Säbel am Sattel Befestigung finden. Die Cavalleriesäbel mitvollgearbeiteten, leichten Kückenklingen zeichneten sich durch ihre be-deutende Länge aus. Der Militaireffectenfabrikant Bianco (Turin)führte eine ganze Anzahl probemässiger Militairsäbel, vorzugsweise fürOfficiere bestimmt, vor, ebenso reich vergoldete und versilberte Luxus-waffen, Fantasiesäbel, Degen für Diplomaten, für österreichischeBeamte etc., sämmtlich sehr geschmackvoll und sauber gearbeitet.

Schweiz. DasMilitairdepartement der Eidgenossenschaftgab in der so vollständigen Ausstellung aus dem Bereiche seines Wehr-wesens an blanken Waffen: die gewöhnlichen Infanteriege wehrbajonnete,dann Säbel für Officiere zu Fuss und zu Pferde und für beritteneMannschaft. Die Säbel, mit Solinger hohlgeschliffenen Klingen undmit Stahlkörben versehen, waren von leichter und doch solider Con-struction.