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Gruppe XVI. Heereswesen.
eine Verbesserung zu Gunsten einer Steigerung des Schnellfeuers, inder Art, dass ein gewisses in einem Magazin vereinigtes Munitions-quantum, welches durch den Mechanismus des Gewehres dem Laufeselbstständig zugeführt wird, den tactisehen Werth der Waffe unge-mein erhöhen dürfte, wenn anders durch diese Einrichtung die sonsti-gen Anforderungen an eine Kriegswaffe nicht gemindert werden. Deramerikanische Bürgerkrieg, der im Allgemeinen so fruchtbringend fürdas Waffen wesen gewesen ist, hat auch zuerst solche Magazingewehrefür den Feldgebrauch verwendbar gemacht (System Spencer).
Doch hat sich diese Einrichtung seither nicht volle Anerkennungzu verschaffen gewusst; es sind manche gewichtigen Bedenken gegen sieerhoben worden. Jedenfalls kann nur der Bepetirer, welcher auch alsEin z ein 1 ade r zu benutzen ist, für vollkommen kriegstauglicherachtetwerden, da das Füllen des Magazins während des Gefechtes, nach ver-brauchtem Inhalt, zu viel Zeit erfordert. Das amerikanische Spencer-gewehr ist deshalb noch mangelhaft, aber seine verbesserten Nachfol-ger, das Henry - Winchester- und namentlich das seit 1869 in derSchweiz hergestellte und dort bei den Truppen eingeführte Vetterli-gewehr, genügen schon jetzt billigen Ansprüchen.
Das Magazin dieser Gewehre befindet sich entweder unter demLaufe wie bei dem Schweizer Vetterli-, dem amerikanischen Henry-,Winchester-, dem österreichischen Fruhwirthgewehre oder es steht inVerbindung mit dem Kolben, so bei dem amerikanischen Spencer-gewehr und dem Meighsgewehr. Die grossen Vortheile, welche dieRepetirgewehre in sich schliessen und der Umstand, dass ihre Vervoll-kommnung mehr und mehr vorwärtsschreitet, lassen wohl annehmen,dass diese Feuerwaffen in Zukunft eine grosse Bedeutsamkeit gewinnenwerden. Die kleineren Handfeuerwaffen — namentlich die in den letz-ten Jahrzehnten von dem amerikanischen Obersten Colt construirtenRevolver haben ebenfalls in neuester Zeit manche Verbesserung er-fahren, so dass sie, die bisher nur als Privatwaffen und für Marinetrup-pen in Gebrauch waren, jetzt auch für die Cavallerie mehr und mehrin Verwendung kommen. Am meisten sind sie durch die Einrichtungvon Lefaucheux für Hinterladung und Einheitspatröne gefördertworden.
Sie lassen sich jetzt danach in drei Gruppen gliedern:
a. System Colt, Vorderlader mit Zündhütchenfeuerung ohne Selbst-thätigkeit des Hahns.
b. System Adam-Deano, Vorderladung mit Selbstspannung desHahns beim Druck auf den Abzug.
c. System Lefaucheux, Hinterladung, meist mit Metallpatronenfür Centralzündung, Selbstthätigkeit des Hahnes in der vorangegebenenWeise.