Zweite Section.
Allgemeine Bewaffnung, Artillerie undGeniewesen.
Auch in den früheren Industrieausstellungen hat sich dasWaffen-wes-en stattlich geltend zu machen gewusst. Seit Jahren schon ruhtdie Fabrikation der Kriegswaffen nicht mehr ausschliesslich in derHand der Regierungen. Der massenhafte Neubedarf für die Armeen,bedingt durch die gewaltigen Fortschritte, welche sich im System undin der Darstellungsweise der Feuerwaffen Bahn gebrochen, fordertemehr und mehr auch die Privatindustrie zur Mitwirkung auf und nichtzum Schaden für die Sache. Mit allen.ihr zu Gebote stehenden Hilfs-mitteln der Wissenschaft ist sie eingetreten in dieLösung der Probleme,welche zu bewältigen eine Aufgabe der Zeit geworden.
Der Privatindustrie verdanken wir es auch fast allein, dass aufder Wiener Ausstellung überhaupt ein anschauliches Bild von der ge-genwärtigen Bewaffnung der Armeen vorgeführt worden ist, ein Bild,das ohne ihre Beihilfe ein lückenhaftes gewesen wäre, da sich von denStaatsregierungen nur die von Russland, Schweden, Italien, Spanienund der Schweiz zu Mittheilungen verstanden hatten.
Wesentlich neue Erscheinungen in dem Reiche der Waffen botdie Weltausstellung verbältnissmässig wenige dar. Die letzten Jahreseit der Pariser Exposition waren im Allgemeinen mehr dazu berufendie Richtigkeit der eben gewonnenen Grundlagen zu bestätigen und inderen Sinne weiter zu arbeiten, als wie neue Ideen zur Geltung zu brin-gen. Die erstrebten Fortschritte erstrecken sich somit zwar nur aufein verhältnissmässig kleines Gebiet, aber von welcher allgemeinenBedeutsamkeit sie trotzdem sind, das deuten die erheblichen Summenan, welche zur Zeit bei allen Armeen des Continents für ihre Durch-führung aufgewendet werden.